Ashdown: Republika Srpska soll drei Angeklagte festnehmen

25. April 2004, 15:37
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Bis Monatsende - Konsequenzen angekündigt

Banja Luka/Belgrad - Der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, Paddy Ashdown, habe die bosnisch-serbischen Politiker dazu aufgefordert, bis Monatsende drei mutmaßliche Kriegsverbrecher festzunehmen. Ansonsten drohe ihnen der Verlust ihrer Ämter. Dies erklärte Dragan Lukac, der Leiter der bosnisch-serbischen Sonderpolizei, gegenüber der in Banja Luka erscheinenden Tageszeitung "Nezavisne novine" (Freitag-Ausgabe). An die Festnahmen sei auch die Aufnahme von Bosnien-Herzegowina in die NATO-Partnerschaft für den Frieden gebunden.

Ashdown habe klar zum Ausdruck gebracht, wen er als verantwortlich betrachten würde, sollte es nicht zu den Festnahmen komme. Alle wüssten, welche Maßnahmen er treffen werde, sagte Lukac. Unter den drei Männern, die festgenommen werden sollen, befinden sich die Brüder Milan und Sredoje Lukic. Die bosnisch-serbische Sonderpolizei hatte vergangenen Sonntag einen Versuch unternommen, die beiden Männer, die vor dem UNO-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen an Bosniern in Visegrad und Umgebung in den Jahren 1992 bis 1995 angeklagt sind, festzunehmen. Die Bemühungen scheiterten allerdings.

Den Namen der dritten Person, die festgenommen werden soll, wollte Lukac gegenüber dem bosnisch-serbischen Blatt "aus verständlichen Gründen" nicht preisgeben. (APA)

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