Perugia-Fans klagen wegen angeblicher Schiedsrichter-Fehler

29. April 2004, 17:01
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Verdacht auf "Betrug in sportlichem Wettbewerb"

Rom - Angebliche Fehlentscheidungen der Schiedsrichter sorgen für Unruhe im italienischen Fußball. Eine Gruppe von Fans des Serie-A-Klubs Perugia hat bei der Staatsanwaltschaft der mittelitalienischen Stadt eine Klage wegen angeblicher falscher Pfiffe der Unparteiischen eingereicht. Wegen der wiederholten Fehler der Referees in der laufenden Meisterschaft sei der Klub mit 22 Punkten Tabellenvorletzter und am Rande des Abstiegs in die Serie B, hieß es. Der Verdacht lautet auf "Betrug in sportlichem Wettbewerb", berichteten italienische Medien am Freitag.

Mit dieser Initiative wollen die Tifosi die Aktion des Perugia-Chefs Luciano Gaucci unterstützen, der seine Mannschaft in den verbleibenden vier Meisterschaftsspielen nicht mehr antreten lassen will. In den bisherigen 30 Meisterschaftsspielen zählte der Verein 28 entscheidende Schiedsrichterfehler. Man wolle den Klub bestrafen, weil Gaucci in den vergangenen Monaten wiederholt den nationalen Verband und die Profiliga attackiert habe, behaupten die Fans. Ob Perugia am Sonntag auswärts gegen den Schopp-Klub Brescia einläuft, stand am Freitagvormittag noch nicht fest.

Gaucci führt seit Jahren eine scharfe Kampagne gegen die Übermacht der großen Traditionsklubs auf Kosten der kleinen Vereine. "Drei Spiele in Folge wurden wir vom Schiedsrichter niedergemacht. So kann es nicht weitergehen, wir können nicht zu Idioten gemacht werden", schimpfte Gaucci nach der 2:3-Niederlage gegen Sampdoria am Sonntag in der Serie A. In einem sechsseitigen Dossier beschrieb Gaucci im Detail die angeblichen 28 Fehlentscheidungen der "schwarzen Männer" und skizzierte einen schweren finanziellen Tiefschlag. "Wenn wir in die Serie B absteigen, verlieren wir 40 Millionen Euro".(APA)

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