Curry-Bestandteil gegen Mukoviszidose-Symptome

25. April 2004, 15:00
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Höchst erfolgreiche Anwendung im Mäuseversuch

New Haven/Connecticut - Einer der wesentlichen Bestandteile von Curry, die Gelbwurz auch Kurkumin genannt, kann in niedrigen Dosen viele Symptome der Erbkrankheit Mukoviszidose (auch Zystische Fibrose genannt) einfach verschwinden lassen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Yale University in New Haven Connecticut. Im Mäuseversuch war die Anwendung höchst erfolgreich, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Mukoviszidose ist eine Erbkrankheit, bei der durch einen genetischen Defekt die Sekrete von exokrinen Drüsen verdickt sind. Dadurch können sie nicht abfließen und verstopfen die Ausführungsgänge. Das ist etwa beim Saft der Bauchspeicheldrüse so, oder bei der Galle oder beim Samenleiter. Es betrifft auch die Schleimhautdrüsen der Nase, der Luftröhre und der Bronchien. Weil die zähen Schleime nicht abfließen können, kommt es zu Entzündungsreaktionen. Es bilden sich dann vermehrt Bindegewebe und sackartige Erweiterungen in den Organen. Diese zystisch fibrotischen Veränderungen haben zu dem heute verwendeten medizinischen Namen zystische Fibrose geführt. Dem Forscherteam um Michael Caplan gelang es, die Symptome mit der Gabe von niedrigen Dosen von Gelbwurz (Curcuma domestica) im Tierversuch zu lindern.

Mangel an CFTR

Die zystische Fibrose ist die häufigste angeborene Stoffwechselkrankheit, die weiße Menschen bekommen können. Einer von rund 3.000 Neugeborenen ist betroffen. Die Krankheit wird hervorgerufen durch einen Mangel an CFTR (cystic fibrosis transmembrane regulator), einem Regulatorprotein des Chlorid-Transports durch die Zellmembran mit konsekutiver Erhöhung der Viskosität von Körpersekreten. Das CFTR-Gen wurde erst 1989 entdeckt. Erst seit kurzem erreichten Patienten mit dieser Erkrankung ein durchschnittliches Lebensalter von 25 bis 32 Jahren.

Bei den Labortieren untersuchten die Forscher die Wirkung von Gelbwurz: Sie verabreichten den Tieren, die vermehrt an gastrointestalen Symptomen litten, 45 mg Kurkumin pro Kilogramm Körpergewicht über einen Zeitraum von drei Tagen. Diese Menge wird auch vom Menschen in der Regel gut vertragen. Bei den Tieren verschwanden die Symptome und es kam auch zu Verbesserungen der Atemwege. Sechs der unbehandelten Mäuse haben die Versuchsreihe nicht überlebt, hingegen starb nur eines der mit Gelbwurz behandelten Tiere.

Bekanntes großes Heilpotenzial

Caplan äußert sich im Wissenschaftsmagazin Science vorsichtig darüber, ob eine solche Behandlung auch bei Menschen funktionieren würde. Zwar leiden Asiaten seltener unter zystischer Fibrose, dies dürfte aber eher mit der genetischen Komponente als der Ernährung zu tun haben, meint der Forscher. Dass Kurkumin über ein großes Heilpotenzial verfügt, ist den Forschern schon seit Jahren bekannt. So wird Gelbwurz in der Behandlung von Magen-Darmentzündungen, Krebs, alkoholbedingten Erkrankungen und seit kurzem auch gegen Alzheimer eingesetzt. (pte)

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