"And Baby" - US-Zeitschrift für homosexuelle Eltern boomt

8. Juli 2004, 20:53
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Magazin zu Fragen der Familienplanung füllte Marktlücke

New York - Die US-amerikanische Zeitschrift "And Baby", deren Zielgruppe homosexuelle Eltern sind, verzeichnet hohe Verkaufszahlen. Gründerin Michelle Darné wollte eine Zeitschrift auf den Markt bringen, die Fragen, die sich während der Familienplanung homosexueller, bisexueller und transsexuelle Eltern stellen, beantwortet. Vor der Gründung des Magazins standen Darné und ihre Lebenspartnerin Kathleen T. Weiss selbst kurz davor, eine Familie zu gründen. Mittlerweile liegt die Auflage bei 100.000 Stück. Über den Erfolg des Magazins berichtet die New York Times in ihrer Freitagsausgabe.

Fragen, auf die die beiden keine Antworten gefunden haben, rangierten von "Sollen wir adoptieren?", "Was sind unsere Rechte?" über "Soll eine von uns das Baby austragen?" bis hin zu "Wo finden wir die beste Samenbank?". Darnés Suche nach brauchbaren Informationen war auf einen achtseitigen, unregelmäßig erscheinenden Newsletter beschränkt. Kurzerhand beschlossen die beiden, ihre Familienplanung einstweilen ad acta zu legen und ein Magazin zu gründen, das genau diese Fragen beantwortet.

Hoffnung auf Marktlücke

Mit 250.000 Dollar Startkapital und der Erfahrung aus früheren Publikationen erhofften sich die zwei, eine Marktlücke füllen zu können. Die 38-jährige Darné hatte zuvor ein Magazin über Schönheitsoperationen, eine Skateboardzeitschrift und eine Sportzeitschrift herausgegeben. Bei "And Baby" habe sie sich ganz auf ihren Instinkt verlassen, sagte Darné.

"And Baby" wurde vorerst auf Veranstaltungen wie Gay Pride Parades beworben und Kopien wurden verteilt. Mittlerweile haben 11.000 Familien das Heft abonniert. Laut einer Studie der Witek-Combs Communications gibt es in den USA 2,6 Mio. homosexuelle Paare mit Kindern unter 18 Jahren. Auch Darné und Weiss sind mittlerweile Mütter von Zwillingen.

Trotz des großen Interesses der KäuferInnen gab es anfangs nur zurückhaltendes Interesse aus der Werbeindustrie - mit Ausnahme von Alkohol- und Zigarettenproduzenten. Darné wollte ihr Magazin jedoch frei von derartiger Werbung halten. Beworben wurden auch Samenbanken und Adoptionsagenturen, mit der Zeit kamen größere Werber wie IBM oder Bridgestone Reifen dazu. Mittlerweile werben auch der Babymilchhersteller Enfamil und der Kinderwagenhersteller Peg Pergo in "And Baby". (pte)

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