Erika Weinzierl erhält Ehrenpreis des Theodor Körner-Fonds

29. April 2004, 20:44
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Tumpel und Klestil weisen auf Uni-Situation hin

Wien - Die Historikerin Erika Weinzierl (78) wurde am Freitag mit einem Ehrenpreis des Theodor Körner-Fonds für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Bei der Verleihung der Körner-Preise erhielten 41 junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen insgesamt 73.500 Euro aus den Mitteln des Fonds. Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel verlangte bei der Verleihung von der Regierung mehr öffentliche Mittel für Lehre und Forschung, Bundespräsident Thomas Klestil mahnte bei einem anschließenden Empfang mehr Würdigung der Leistungen von wissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit ein.

Aus den Mitteln des 1953 von Arbeiterkammern und ÖGB initiierten Körner-Fonds werden junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen unterstützt, die bereits Wichtiges für ihr Fach geleistet haben und von denen in Zukunft mehr zu erwarten ist. In ihren Arbeiten widmeten sie sich etwa der Erforschung der Gründe für Wiener Straßennamen, der Diagnose von Augenschäden ohne Eingriff in den Körper oder der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen außerfamiliärer Kinderbetreuung und Chancengleichheit von Frauen. Pro Person wurden Preise bis zu 3.000 Euro vergeben.

"Grundlagenforschung in Gefahr"

Von der Regierung verlangte Tumpel, "mehr auf die Arbeiterkammer zu hören": "Wir haben davor gewarnt, dass der Einfluss der Wirtschaft auf die Universitäten nach der Ausgliederung steigen wird und die Grundlagenforschung in Gefahr ist, und wir haben leider Recht behalten." Das zeige etwa die Besetzung der Uni-Räte, bei der vor allem Unternehmervertreter zum Zug gekommen wären, und die zunehmende Auftragsforschung für Firmen, zu der die Unis mangels ausreichender öffentlicher Mittel gezwungen wären.

Klestil forderte in seiner Ansprache die WissenschafterInnen auf, der Gemeinschaft auch wieder etwas zurückzugeben: "Wir müssen zum Beispiel alles tun, damit Studenten nicht jahrelang in Österreich hoch subventionierte Universitäts-Einrichtungen nützen - dann aber mit dem notwendigen Know-How die Heimat auf dem schnellsten Wege verlassen." Heute klinge das Studentenlied "Gaudeamus igitur" nicht mehr so, wie dies vielleicht einmal der Fall gewesen sei - "das Studium ist keineswegs ein 'gaudium'. Ich denke nur an den Wettkampf um Seminar- und Laborplätze, an die Notwendigkeit von Ferialarbeit, an Werkstudententum und an die Nöte am akademischen Arbeitsmarkt." (APA)

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