Wien: Veloce Fahrer kündigen Demonstration am Ring an

27. April 2004, 12:55
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Chef nahm Kündigungen von rund 20 streikenden Boten zurück - doch kein Entgegenkommen bei der Forderungen der Fahrer

Wien - Beim Streit eines Großteils der Stamm-Radfahrer des Fahrrad- und Autobotendienstes Veloce herrschen weiterhin verhärtete Fronten.

20 Kündigungen zurückgenommen

Zwar hatte Veloce-Chef Paul Brandstätter seine Kündigungen von rund 20 streikenden Radlern zurück genommen, den Fahrern ist das aber zu wenig. Sie veranstalten am kommenden Dienstag, dem 27. April, um 11.00 Uhr eine Ringrundfahrt, zu der sie andere Radfahrer "herzlich einladen". Motto der Veranstaltung "fighting for our rights" (Kampf für unsere Rechte).

Streit um Recht auf Betriebsrat

Seinen bisherigen Höhepunkt hatte der Arbeitskonflikt am Mittwoch erreicht, als ein Aushang zur Betriebsratswahl laut Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) widerrechtlich drei Mal entfernt wurde und nicht nur der Fahrersprecher Manfred Egger, sondern auch alle Kollegen gekündigt wurden, die solidarisch mit ihrem Sprecher die Räder still stehen ließen.

Brandstätter hingegen vertritt die Meinung, dass die Fahrer, Freie Dienstnehmer oder Gewerbescheinbesitzer, gar kein Recht auf eine Betriebsratswahl haben. Dem widerspricht die GPA, die die Streikenden finanziell unterstützt. Für den Veloce-Boss ist es die Gewerkschaft, die den Streit schürt und Fahrer bearbeiten würde, an den Streiks teilzunehmen.

Streitpunkt Entlohnung und Krankenversicherung

Entzündet hatte sich der Streit vor einigen Wochen wegen unterschiedlicher Sichtweisen zu der Entlohnung der Radfahrer. Die Fahrer hätten wie vereinbart mehr erhalten, behauptet Brandstätter, während Egger meint, es sei ursprünglich mehr ausgemacht gewesen. Im Zuge des Streites kamen dann neue Forderungen dazu, wie die Angleichung der Gehälter von Anfängern an jene von länger Beschäftigen, die Entgeltzahlung am Monatsanfang, die Rückerstattung von Mobiltelefon-Kosten für Gespräche mit dem Unternehmen und die Offenlegung der Verträge mit den Versicherungen und Krankenkassen.

Kein Nachgeben in Sicht

Nachdem Brandstätter im APA-Gespräch am Mittwoch noch erklärte, er wolle einen Neubeginn mit neuen Fahrern starten, zeigte er sich am Donnerstag versöhnlicher. "Unter Kenntnisnahme der Betriebsordnung" könnten alle Gekündigten inklusive Egger wieder in das Unternehmen zurückkehren. Ein Entgegenkommen bei der Forderungen der Fahrer deutete er nicht an.(APA)

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