Defekt am Stabilisierungssystem der Raumstation

28. April 2004, 12:20
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Außenreparatur erforderlich - keine Gefahr für Raumfahrer - Kurzschluss löste Defekt aus

Moskau/Washington - Auf der Internationalen Raumstation ISS ist ein Defekt am Stabilisierungssystem aufgetreten. Gefahr für die fünf Raumfahrer an Bord drohe aber nicht, teilte die russische Flugleitzentrale bei Moskau am Freitag mit. Das Gerät könne nur von außen repariert werden. Beim Ausfall eines weiteren Kreisels müsste die Station mit ihren Raketenantrieben stabilisiert werden.

Kurzschluss habe Defekt ausgelöst

Nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA hat ein Kurzschluss den Defekt ausgelöst. Auf die am Mittwoch auf der ISS eingetroffenen beiden Raumfahrer, Kommandant Gennadi Padalka und Bordingenieur Michael Fincke, kommt damit in den kommenden Wochen noch ein dritter, statt der bislang geplanten zwei Weltraumausflüge zu. Dabei soll das rund 4,5 Kilogramm schwere Modul ausgewechselt werden. Die Reparatur werde rund vier Stunden dauern. Zur Anleitung der Crew will das Bodenpersonal in einem Swimmingpool auf der Erde die Reparatur probehalber demonstrieren und die Videoaufzeichnung zur Raumstation senden, berichtet die "Washington Post".

Wachwechsel verläuft trotzdem plangemäß

Der Wachwechsel auf der ISS von der achten zur neunten Langzeitbesatzung verlaufe trotz des Defekts plangemäß, sagte Waleri Lyndin, der Sprecher der Flugleitzentrale. Die für den 30. April geplante Rückkehr eines russischen Sojus-Raumschiffes zur Erde sei nicht gefährdet.

Mit der Kapsel sollen die Langzeitraumfahrer Michael Foale und Alexander Kaleri sowie der niederländische Astronaut Andre Kuipers zurückkehren, der einen Kurzaufenthalt auf der ISS absolviert. Die neue Besatzung aus Kommandant Gennadi Padalka und Bordingenieur Michael Fincke war am Mittwoch auf der ISS eingetroffen. Padalka war bereits 1999 für 198 Tage im All. Für Fincke ist es die erste Raumfahrtmission. (APA/dpa)

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