Forscher ist konsterniert: "Fragen Sie mich nicht, wo der echte Schädel ist"
Rom - Im Grab des italienischen Dichters Francesco
Petrarca sind Forscher auf eine böse Überraschung gestoßen: Der
Schädel in dem Marmorsarg, in dem bisher die Überbleibsel des
berühmten Schriftstellers und Humanisten aus dem 14. Jahrhundert
vermutet wurden, befand sich zu Lebzeiten ganz offensichtlich am
Körper einer Frau. Darauf hätte die Form des Kopfes und DNA-Analysen
hingewiesen, teilte Projektleiter Vito Terribile Wiel Marin am
Donnerstag leicht konsterniert mit.
"Wo mit der Suche beginnen?"
"Fragen Sie mich nicht, wo der echte Schädel ist", sagte Marin
weiter. Niemand wisse, wo der gelandet sei. "Bei all den
Totenschädeln in der Welt - wo sollen wir mit der Suche beginnen?"
Einzige Hoffnung der Forscher: "Vielleicht gibt ein Nachfahre des
Diebes die kostbare Beute freiwillig zurück."
Beim übrigen Skelett handele es sich tatsächlich um die Knochen
des Dichters, der vor 700 Jahren geboren wurde. Dies belege
beispielsweise eine Beinverletzung, die sich Petrarca bei einem
Reitunfall auf dem Weg von Florenz nach Rom im Jahr 1350 zugezogen
habe.
Eine Probe des falschen Dichterkopfs schickten die Experten in die
USA, um dort dessen genaues Alter feststellen zu lassen und zu
erfahren, seit wann Petrarca mit dem falschen Kopf im Sarg liegt. Die
Grabstätte ist in Arqua-Petrarca im Nordosten Italiens, wo der Poet
1374 starb. (APA/AP)