Israelische Armee tötete drei bewaffnete Fatah-Mitglieder

24. April 2004, 15:58
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Mitglied der El-Aksa-Brigaden verletzt - Annan distanziert sich von UNO-Emissär

Jerusalem/Nablus - Die israelische Armee hat in der Nacht zum Freitag drei Mitglieder einer Fraktion der Fatah-Organisation des palästinensischen Präsidenten Yassir Arafat getötet. Eine verdeckt arbeitende Spezialeinheit habe die Männer im Morgengrauen in Kalkiliya im Westjordanland getötet, teilten Sicherheitskräfte mit. Ein vierter Palästinenser, der ebenfalls für die El-Aksa-Brigaden arbeitet, sei schwer verletzt worden.

Ein weiterer Palästinenser wurde in Taluza getötet. Während Israel behauptet, es handle sich um ein militantes Hamas-Mitglied, sagt seine Familie, der 32-jährige Mann, ein Universitätslektor, sei nur zufällig zwischen die Fronten geraten.

Am Donnerstagmorgen hatten Soldaten bei Tulkarem drei örtliche Anführer der militanten Palästinenserorganisation erschossen. Bei einem Einsatz der israelischen Armee im Norden des Gazastreifens wurden am Donnerstag zwei kleine palästinensische Mädchen getötet, eines durch Schüsse, das andere starb nach dem Einatmen von Tränengas. Zu den Zusammenstößen sei es gekommen, nachdem eine Gruppe von Soldaten, die ein Gebiet kontrollieren sollte, aus dem Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert worden seien, von Hunderten von Palästinensern mit Steinen und Brandsätzen angegriffen worden sei.

Scharfe Kritik an UN-Sonderbeauftragtem

In Israel und bei der UNO in New York haben die Äußerungen des UNO-Sonderbeauftragten für den Irak, Lakhdar Brahimi, scharfe Kritik hervorgerufen. Der Algerier Brahimi hatte in einem Radio-Interview gesagt, die israelische Politik und das Leiden der Palästinenser seien das "stärkste Gift" in der Region, und die bedingungslose Unterstützung Israels durch die USA verhindere auch Fortschritte im Irak.

Annan: "Nicht akzeptabel"

Der Sprecher von UNO-Generalsekretär Kofi Annan sagte, es sei "nicht akzeptabel", dass ein hoher UNO-Beamter solche Aussagen über ein Mitgliedsland tätige. Was Brahimi gesagt habe, reflektiere nicht die Meinung des Generalsekretariats. In Israel überlegt man, Protest bei der UNO einzulegen. (AFP, dpa, red, DER STANDARD, Printausgabe 24./25.4.2004)

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