Algerien: Islamische Extremisten wollen Waffen niederlegen

23. April 2004, 19:01
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Regierung bietet Amnestie an

Algier - Der größte Teil der moslemischen Extremistengruppe GSPC will algerischen Sicherheitskreisen zufolge ein Amnestie-Angebot der Regierung annehmen und ihre Waffen niederlegen. Damit wäre Experten zufolge der seit zwölf Jahren anhaltende Aufstand mit seinen bis zu 150.000 Toten faktisch beendet.

Bis zu 300 der schätzungsweise 400 verbliebenen Mitglieder der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) verhandelten mit der Regierung, verlautete am Donnerstag aus den Kreisen. Die Gespräche seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte nach seiner Wiederwahl am 8. April auch sein Bürger-Vertrag genanntes Amnestie-Programm erneuert.

"Der größte Teil der Terroristen-Gruppe hat die sich durch Bouteflika bietende Wiederwahl gebotene Gelegenheit ergriffen sich zu ergeben und von dem Bürger-Vertrag zu profitieren", hieß es aus den Sicherheitskreisen in Medea südlich von Algier. Ein Experte in Algier sprach von einem Durchbruch für Algerien. "Es wäre der Sargnagel für die GSPC."

Auf dem Höhepunkt des Aufstandes kämpfte die Regierung gegen bis zu 25.000 Rebellen, die sich die Errichtung eines moslemischen Religionsstaates zum Ziel gemacht hatten. Der Aufstand hatte 1992 begonnen, als die Armee eine Wahl abbrach, bei der sich ein Sieg der inzwischen verbotenen Moslem-Partei Islamische Heilsfront (FIS) abzeichnete. Die Rebellen haben in den vergangenen Monaten schwere Rückschläge hinnehmen müssen.

Die USA befürchten, dass sich radikale Moslems wie die der El-Kaida-Gruppe nach dem Verlust ihrer Ausbildungs- und Rückzugsgebieten in Afghanistan in der Sahara-Region sammeln könnten. (APA/Reuters)

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