Wieder Streit um CO2-Handel in Regierung

29. April 2004, 19:45
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Wirtschaftsminister Bartenstein will bis 1. September die Registerstelle für den Emissionshandel fixieren - Das Umweltministerium gibt sich bedeckt

Wien - Der Streit um die Zertifikate für den CO2-Ausstoß dürfte nicht der einzige sein, den Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Umweltminister Josef Pröll bis zum Start des Emissionshandels am 1. Jänner 2005 austragen werden.

Jetzt geht es um die Einrichtung der so genannten Registerstelle, die Vergabe, Besitz, Übertragung und Löschung von Emissionszertifikaten durchführt.

Bartenstein will diese Stelle im Mai ausschreiben, sodass spätestens am 1. September feststeht, wer künftig die Register zieht. Ob, wann und wie ausgeschrieben wird, steht jedoch noch nicht fest. Auch das Handelssystem selbst ist offen. Im zuständigen Umweltministerium hält man sich bedeckt, verweist darauf, dass dies rechtzeitig und in Absprache mit den Ressortkollegen erfolgen wird.

Interessenten gehen in Stellung

Im Hintergrund bringen sich bereits die Interessenten in Stellung. Zu diesen gehört dem Vernehmen nach das (staatliche) Umweltbundesamt (UBA), das Konsortium ECRA, dem neben Industrieunternehmen auch Kontrollbank, Kommunalkredit und die Smart Technologies von Hansjörg Tengg angehören sollen, und die für das Management der Tiroler Ausgleichsregelzone zuständige A&B zusammen mit einem Wiener Partner.

Offen ist auch, ob die Grazer Energiehandelsbörse EXAA, eine Tochter der Wiener Börse, tatsächlich als Marktplatz fungieren wird. (DER STANDARD Printausgabe, 23.04.2004 ung)

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