Politik war über Estag gut informiert

29. April 2004, 19:43
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Neuer Schlagabtausch im Ausschuss

Graz - Bundesrechnungshof kontra Estag: Einen frischen Schlagabtausch lieferten sich die Vertreterin der Bundesrechnungshofes (RH) und der ehemalige Estag-Vorstand Adolf Fehringer gestern im Untersuchungsausschuss des steirischen Landtages.

Fehringer kritisierte die Beamtin, dass der Rechnungshof in seiner Kritik an der "Strategielosigkeit" der Energie Steiermark AG zu ungenau gearbeitet habe. "Sind die denn alle blind gewesen", fragte Fehringer zornig.

Zahlreiche Unternehmen seien gekauft oder neue Beteiligungen hereingeholt worden. Mit der klaren strategischen Absicht, den steirischen Energiemarkt neu zu ordnen.

Politiker stets gut informiert

Die Landespolitiker seien über die strategischen Überlegungen der Estag stets gut informiert gewesen. Wichtige Entscheidungen wie die Fusion der Steweag mit der Steg seien von der Landesregierung mitgetragen worden. Er habe Landeshauptfrau Waltraud Klasnic mehrmals kontaktiert und informiert.

Es habe natürlich - personalpolitisch - auch direkte Einflussnahme der Politik gegeben. Im Fall einer großen Tochterfirma (Energie Graz) habe er den von der Politik gewünschten Kandidaten, ein ehemaliger Sekretär von Landesrates Herbert Paierl, für die Geschäftsführung für nicht geeignet gehalten.

Dennoch hätten Klasnic, Paierl, und sogar Gerhard Hirschmann, der spätere "Estag-Aufdecker", auf dem Vorschlag bestanden. Fehringer: "Ich glaube, da gibt es auch eine Reihe anderer Fälle". (DER STANDARD Printausgabe, 23.04.2004 mue)

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