Haitianischer Rebellenführer stellte sich der Justiz

26. April 2004, 14:49
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Chamblain beteuert Unschuld - Menschenrechtsorganisationen kritisieren Zusammenarbeit der Übergangsregierung mit Kriminellen

Port-au-Prince - Ein wegen Mordes verurteilter Rebellenführer hat sich am Donnerstag den haitianischen Behörden gestellt. Louis-Jodel Chamblain wurde bei seinem Gang ins Gefängnis unter anderem von Übergangsjustizminister Bernard Gousse begleitet. "Das ist eine sehr gute und noble Entscheidung", sagte Gousse. Chamblain sagte, seine Verurteilung 1995 sei politisch motiviert gewesen. In einem neuen Prozess werde man ihn freisprechen.

Chamblain führte früher Todesschwadron an

Chamblain war einer der Anführer der Rebellen, die Präsident Jean-Bertrand Aristide im Februar stürzten. Chamblain führte früher eine Todesschwadron an und war Chef der Front für Entwicklung und Fortschritt in Haiti (FRAPH). Diese Miliz brachte während Aristides Exil von 1991 bis 1994 mehrere hundert Menschen um. 1995 wurde Chamblain in Abwesenheit zu lebenslanger Haft für den Mord an einem Unterstützer Aristides verurteilt.

Vorwürfe von Menschenrechtsorganisation

Menschenrechtsorganisationen haben der Übergangsregierung von Haiti vorgeworfen, mit bekannten Kriminellen wie Chamblain zusammenzuarbeiten und gleichzeitig Aristide-Anhänger aggressiv zu verfolgen. Am Dienstag hatte sich UNO-Generalsekretär Kofi Annan für eine 6.700 Mann starke Friedenstruppe für Haiti ausgesprochen, um den Aufbau der Demokratie zu unterstützen. (APA/AP)

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