Herr der Lage und der Minne

29. April 2004, 15:40
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Standing Ovations für Regisseur und Schauspieler Karlheinz Hackl bei seinem Comeback im Akademietheater

Wien - Unter dem erschwerenden, weil an schauerliche Gemeinplätze gemahnenden Titel Amüsantes und Amouröses zog Regisseur und Schauspieler Karlheinz Hackl bei seinem ersten Auftritt nach der schweren Krebserkrankung im Akademietheater am Mittwoch dann doch auch Spezialitäten hervor: Erörterungen über mündliches Küssen und sinnloses Promenieren von Detlev von Liliencron oder ebensolche über poetisch veranlagte Stubenmädchen von Peter Hammerschlag.

"Ich versuche, hier die Waage zu halten zwischen zwei Kulturkreisen, dem deutschen und dem österreichischen, so wie das auch am Burgtheater nichts Außergewöhnliches ist", meinte der mit Standing Ovations herzhaft Begrüßte keck. In der kargen Vorlese-Meublage saß an diesem Abend dicht hinter dem Menschen Hackl gleich der Schauspieler - "zwar noch nicht der alte, aber ich versuch's wieder zu werden".

Zwischen den unbedächtig vorgetragenen Gedichten (angeblich von Ovid bis Ringelnatz, angeführt aber vom Wienerischen des Anton Krutisch) dankte der Publikumsliebling u. a. Klaus Bachler für Gespräche. "Es ist manchmal ein Vergnügen, in dieser Stadt zu erkranken." (afze / DER STANDARD, Printausgabe, 23.4.2004)

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    Karlheinz Hackl am Mittwoch im Akademietheater

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