Hurricanes fördern die biologische Vielfalt

24. April 2004, 20:00
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Sie wirken wie ein Reinigungsprozess, ähnlich wie Buschfeuer oder Waldbrände

Gloucester Point - US-ForscherInnen des Virginia Institute of Marine Science haben entdeckt, dass Hurricanes für die biologische Vielfalt eine wichtige Rolle spielen. Nachdem Hurrikane Isabel im September 2003 konnten die ForscherInnen eine signifikante Zunahme von Wirbellosen an den Küstenflächen entdecken. Bei vielen Arten konnten die ForscherInnen sogar die doppelte Zahl an Tieren feststellen, berichtet BBC-online am Donnerstag.

Cara Hughes von der University of Wales in Bangor hat unter der wissenschaftlichen Leitung von Mark Luckenbach vom Virginia Institute of Marine Science Tiere im Schlick knapp vor und knapp nach dem Hurricane Isabel untersucht. In diesen Teil des Meeres leben vor allem Röhrenwürmer, kleine Krustentiere und Mollusken. Nach dem Wirbelsturm konnte die Forscherin viele Tierarten entdecken, deren Zahl wesentlich zugenommen hatte. Zwar handelt es sich dabei vielfach um kleine Tiere, dennoch spielen diese in der Nahrungskette eine wesentliche Rolle. So ernährt sich die stark befischte Blue Crab in erster Linie von Lebewesen dieser Meeresregionen. Luckenbach war von den Forschungsergebnissen überrascht.

Fischpopulationen untersucht

Zu ähnlichen Aussagen kam aber auch der Forschungskollege Herb Austin, der in der Chesapeake Bay seit mehr als 50 Jahren Fischpopulationen untersucht. Manche der Arten von Umberfischen (Micropogonias undulatus) legten nach dem Hurrikane extrem zu. FischerInnen bemerkten Fangquoten, die zehnmal größer als der Durchschnitt waren. "Hurricanes sind Teil eines natürlichen Zyklus. Sie wirken wie ein Reinigungsprozess, ähnlich wie Buschfeuer oder Waldbrände", so der Experte, der allerdings einräumte, dass sich die Zahl der Wirbelstürme in der vergangenen Dekade um das Doppelte gesteigert hatte und die Wassertemperatur während der Wintermonate heute um zwei Grad über den Werten von 1960 liege.

Auch andere ExpertInnen sehen in Hurricanes einen natürlichen Zyklus, der die ökologische Vielfalt aufrecht hält, warnen aber davor, dass in Zukunft die Zunahme der Wirbelstürme dafür sorgen wird, dass mehr und mehr Küstengebiete und kleine Inseln überschwemmt werden. Die US-Regierung will für manche davon Schutzwälle errichten, die die Bevölkerung vor den steigenden Fluten schützen soll. (pte)

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