Dino-Sterben: Männchen-Überschuss als Ursache?

25. April 2004, 11:30
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Neue Theorie britischer Forscher zum Aussterben der Dinosaurier - Klimawandel als Hintergrund

Leeds - Zu einer völlig neuen Theorie, was das große Sterben der Dinosaurier bewirkt hat, kommen britischer Forscher der University of Leeds. Ihrer Ansicht nach sind die großen Reptilien einfach deshalb ausgestorben, weil es zu viele Männchen und zu wenige Weibchen gegeben hat, berichtet BBC-Online. Die Gründe dafür liegen aber sehr wohl beim Wechsel des Klimas vor 65 Mio. Jahren.

Dinosaurier waren ebenso wie Krokodile heute Reptilien, die Eier gelegt haben. Bei Krokodilen entscheidet die Temperatur wo die Eier gelagert werden, darüber ob die Nachkommen weiblich oder männlich sind. Asteroideneinschläge haben dazu geführt, dass sich die Erdoberfläche abgekühlt hat. Danach sind vermehrt männliche Saurier auf die Welt gekommen. Das Gleichgewicht war damit nicht mehr hergestellt, meinen David Miller und seine Forscherkollegen von der University of Leeds.

Massensterben

200 Mio. Jahre lang waren die Dinosaurier allerdings an der Spitze des "ökologischen Baumes". Dann sind die Dinge für die Riesenechsen allerdings nicht mehr so gut gelaufen, meinen die Experten. Unklar scheint hingegen weiter zu sein, welche Konsequenzen Asteroideneinschläge genau auf die Riesenechsen gehabt haben. Fest steht, dass es auf der Erde zu einem Massensterben gekommen ist. Sand und aufgewirbelter Staub nach den Einschlägen der Asteroiden haben das Sonnenlicht nicht mehr auf die Erde fallen lassen. Die Folge waren immer niedrigere Temperaturen. Für die Saurier, wechselwarme Lebewesen, waren die geänderten Bedingungen dramatisch. Nicht deshalb, weil die Erde plötzlich so vergiftet war, sondern weil die Temperaturen so stark fielen.

Kritik an neuer Theorie

Kritiker bemerkten, dass die Theorie mit den veränderten Geschlechtern nicht schlüssig sei, denn mehr als 50 Prozent aller Arten sind damals vor 65 Mio. Jahren ausgestorben. "Am schlimmsten hat es damals aber nicht die Tiere an Land, sondern in den Meeren getroffen", so Benny Pieser von der Liverpool John Moores University. Ungeklärt ist aber weiterhin, wie es Krokodile und Schildkröten schafften, das große Sterben bis heute zu überleben. Dabei, glauben die Forscher, war ihnen das wechselseitige Leben zwischen Land und Wasser offensichtlich von Vorteil. (pte)

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