Bis zu 3.000 Opfer bei Zusammenstoß zweier Güterzüge in Nordkorea

23. April 2004, 13:46
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Gas- und Benzinladungen entflammten am Bahnhof Ryonchon - Zahlreiche Menschen durch Feuerball der Explosion verletzt

Seoul - Beim Zusammenstoß zweier Güterzüge in einem Bahnhof in Nordkorea sind am Donnerstag Medienberichten zufolge bis zu 3.000 Menschen getötet oder verletzt worden. Wenige Stunden zuvor habe der Machthaber des kommunistischen Landes, Kim Jong Il, auf seiner Rückreise aus China den Bahnhof passiert, berichtete der südkoreanische Fernsehsender YTN weiter.

Feuerball verletzte zahlreiche Menschen

Zwei mit Gas und Benzin beladene Züge seien im Bahnhof von Ryonchon an der Grenze zu China rund 50 Kilometer von Sinuiju zusammengestoßen, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap. Viele Menschen seien durch den Feuerball der Explosion verletzt worden. Wie viele Menschen getötet oder verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt. Unter Berufung auf Kreise in der chinesischen Stadt Dandong, die auf der anderen Seite der Grenze liegt, meldete Yonhap, die Explosion habe sich um 13.00 Uhr Ortszeit (6.00 MESZ) ereignet.

Als ob eine Bombe eingeschlagen hätte

"Der Bahnhof wurde zerstört, als ob eine Bombe eingeschlagen wäre, und Trümmer flogen in die Luft", zitierte Yonhap nicht näher bezeichnete Quellen. "Wir haben noch keine offizielle Information über den Vorfall", teilte das Wiedervereinigungsministerium in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul mit. "Wir versuchen, eine Bestätigung für die Berichte zu erhalten." Nordkoreanische Medien berichteten nicht über die Zugkollision.

Machthaber fährt immer mit dem Zug

Kim Jong II hatte sich in China zu Beratungen über den Atomstreit seines Landes auch in den USA aufgehalten. Kim nutzt bei Auslandsreisen selten das Flugzeug. Sein Zug passierte den Bahnhof etwa neun Stunden vor dem Unglück.

Zahlreiche Häuser zerstört

Bei dem Zugunglück in Nordkorea sind nach Angaben Chinas zahlreiche Häuser in der Nähe des Bahnhofs von Ryongchon zerstört worden. Das chinesische Außenministerium bezog sich am Freitag lediglich auf von Chinesen bewohnte Häuser, die zerstört worden seien, gab jedoch allein deren Zahl mit über 20 an. Ein Chinese sei getötet und zwölf verletzt worden, teilte das Ministerium auf seiner Internetseite mit.

Die Erklärung war zugleich die erste offizielle Bestätigung des Zugunglücks, über das zuvor vor allem südkoreanische Medien mit Kontakten nach Nordkorea berichtet hatten. (APA/Reuters)

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YTN
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