Stärkste griechisch-zypriotische Partei ruft zun auch zu "Nein" bei Referendum auf

23. April 2004, 15:46
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Prokommunistische "Fortschrittspartei des werktätigen Volkes" hatte zuvor für Verschiebung der Abstimmung plädiert

Nikosia - Die stärkste politische Kraft der griechischen Zyprioten, die prokommunistische "Fortschrittspartei des werktätigen Volkes" (AKEL), die von etwa 35 Prozent der Wählerschaft unterstützt wird, hat am Donnerstag nach längerem Zögern zum "Nein" bei dem am Samstag stattfindenden Referendum über den UNO-Plan zur Wiedervereinigung Zyperns aufgerufen. Zuvor hatte sie für eine Verschiebung der Volksabstimmung plädiert.

Die Partei habe sich für eine Reihe von konkreten Maßnahmen eingesetzt, um die Realisierung des UNO-Plans akzeptabel zu machen, erklärte AKEL-Chef Dimitris Christofias, der als Parlamentspräsident die zweithöchste Persönlichkeit des Staates nach Präsident Tassos Papadopoulos ist, auf einer Pressekonferenz in Nikosia. Zu seinem Bedauern müsse er jetzt mitteilen, dass die von der UNO gegebenen Antworten unbefriedigend seien.

Zypriotische Regierung begrüßte russisches Veto im UNO-Sicherheitsrat

Die zypriotische Regierung begrüßte unterdessen das russische Veto im UNO-Sicherheitsrat gegen einen amerikanisch-britischen Resolutionsantrag. Der Text stelle einen Versuch dar, das Referendum zu beeinflussen, erklärte Regierungssprecher Kypros Chrysostomides. Ein Sprecher der oppositionellen DISY-Partei von Ex-Präsident Glafcos Clerides warf im öffentlichen Rundfunk Außenminister Georgios Iacovou vor, mit seiner Blitzreise nach Moskau am Dienstag die Absicht verfolgt zu haben, das russische Veto zu erwirken.

Auch der türkisch-zypriotische Volksgruppenführer Rauf Denktas begrüßte das Veto Moskaus. "Gott segne Russland! Es hat die unmoralischen Pressionen aufgezeigt, die seit Monaten ausgeübt werden und nicht akzeptiert werden können", sagte Denktas nach Angaben der türkisch-zypriotischen Agentur TAK. (APA)

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