US-Truppen übernehmen Aufgaben der Spanier

24. April 2004, 16:50
13 Postings

US-Regierungsbeamte: Abzug der 1.300 Soldaten erfolge überhastet - Spaniens Rückzug könnte Leben gefährden

Washington - Mit scharfen Worten haben US-Regierungsbeamte den Rückzug Spaniens aus dem Irak kritisiert. Der Abzug der 1.300 Soldaten erfolge überhastet und könne Leben aufs Spiel setzen, zitierte die "Washington Post" am Donnerstag einen Beamten.

US-Soldaten sollen Spanier ersetzen

Ersetzt werden sollen die spanischen Soldaten vorübergehend von US-Soldaten. Wie der polnische Vize-Verteidigungsminister Janusz Zemke am Freitag der Nachrichtenagentur PAP sagte, werden US-Soldaten für die kommenden 90 Tage die Aufgaben der Spanier sowie der ebenfalls abziehenden Soldaten aus der Dominikanischen Republik und aus Honduras übernehmen. Während dieser drei Monate werde die Lage analysiert und möglicherweise über eine Umverlegung einzelner Einheiten oder innerhalb von Einheiten entschieden.

Spanien: "Wir blicken in die Zukunt"

Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos bestritt unterdessen nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Colin Powell am Mittwoch (Ortszeit) in Washington, dass das Tempo des Abzuges zu erhöhten Spannungen geführt habe. "Wir blicken in die Zukunft", sagte Moratinos. "Die Entscheidung, die Truppen heimzubringen, gehört der Vergangenheit an. Wir haben eine enge Freundschaft mit den USA, und beide Regierungen sind zur Zusammenarbeit auf Feldern entschlossen, die eine gemeinsame Herausforderung darstellen - allen voran der Kampf gegen den Terrorismus."

Der erst vor Kurzem ins Amt gewählte Zapateros hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass er sein Wahlversprechen unverzüglich erfüllen und die Truppen abziehen werde. Den Beamten zufolge hatte die US- Regierung aber erwartet, dass der Prozess frühestens in einem oder in zwei Monaten beginnen und sorgfältig mit dem US-Militär im Irak abgestimmt werde.

"Art und Weise ist eine große Enttäuschung"

"Wir respektieren völlig ihre (Spaniens) politische Entscheidung, die Truppen abzuziehen, aber die Art und Weise ist eine große Enttäuschung", sagte der namentlich nicht genannte Offizielle der "Washington Post". Spanien habe seinen Schritt nicht mit den Kommandeuren auf dem Boden koordiniert. "Daher müssen wir jetzt alles Mögliche auf die Beine stellen, um die sehr wichtigen Positionen wieder zu besetzen. Und es könnte unnötig Operationen und Leben gefährden."

Der Beamte fuhr fort: "Das ist nicht die Art und Weise, wie sich Verbündete gegenseitig behandeln sollten. Es ist enttäuschend, und es ist unprofessionell." (APA/dpa)

Share if you care.