RHI mit vollen Auftragsbüchern

22. April 2004, 19:57
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Fahren nahe der Kapazitätsgrenze - Heuer Investitionen von 60 Millionen Euro geplant

Wien - Der börsenotierte RHI-Konzern, Hersteller feuerfester Verkleidungen für Industrie-Öfen, ist nach weiteren Steigerungen seiner Ertragskraft im Jahr 2003 gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Das erste Quartal 2004 sei sehr befriedigend verlaufen, wie Vorstandschef Helmut Draxler am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Wien berichtete. Für das heurige Konzernergebnis ist der RHI-Boss positiv gestimmt, sofern auf der Konjunktur- oder Währungsseite keine neuen Belastungen für die Weltwirtschaft auftreten.

Gestützt auf einen dicken Auftragspolster würden im Hauptgeschäft Feuerfestprodukte, das rund 85 Prozent des Gesamtumsatzes stellt, zur Zeit alle 26 Produktionsstandorte "nahe der Kapazitätsgrenze fahren".

"Wir können stolz zurückblicken"

Im vergangenen Jahr steigerte die Konzernsparte Feuerfest ihren Absatz um 2,6 Prozent auf 1,5 Millionen Tonnen. Der Umsatz fiel 2003 zwar um 3,2 Prozent auf 1,03 Mio. Euro (der schwache Dollar hatte hier rund 60 Millionen weggefressen), der Betriebsgewinn (Ebit) konnte aber um 17,2 Prozent auf 115,9 Mio. Euro verbessert werden.

"Wir können stolz zurückblicken", erklärte RHI-Feuerfest-Vorstand Andreas Meier. 2003 habe RHI wieder die Weltmarktführerschaft zurück erobert. Auch mit der im Vorjahr erzielten Ebit-Marge von 11,2 Prozent liege das Unternehmen an der Spitze unter den Mitbewerbern, so Meier.

China als treibende Kraft

Als treibende Kraft erwies sich der chinesische Markt, den RHI angesichts des dortigen Stahlbooms künftig noch stärker bearbeiten will. Die zweite Fabrik in Dalian ist - nach dem bereits bestehenden Joint-Venture-Werk in Bayuquan - weitgehend in Umsetzung und soll nun früher als geplant schon im vierten Quartal 2004 in Betrieb genommen werden. Vom riesigen Wachstumsmarkt in China verspricht sich RHI auch heuer kräftige Impulse. Für das neue Werk habe man schon eine Vielzahl an Aufträgen hereinnehmen können, sagte Meier.

Nachdem der RHI-Konzern (7.836 Mitarbeiter) 2003 mit dem Abbau seines Schuldenbergs auf 297 Mio. Euro deutlich rascher als geplant vorangekommen ist, hat das Unternehmen jetzt auch mehr Spielraum für Investitionen. Heuer sind dafür laut Meier 60 Mio. Euro veranschlagt. Davon fließen rund 70 Prozent in Kapazitätserweiterungen (China, Mexiko und Chile), die restlichen 30 Prozent seien Substanz erhaltende Investitionen.

Preise für Feuerfest-Produkte anheben

Seine Preise für Feuerfest-Produkte will RHI demnächst um 3 bis 12 Prozent anheben. Als Grund nannte Meier massive Verteuerungen auf der Rohstoffseite - ausgelöst durch höhere Frachtkosten. "Wir werden das jetzt an den Markt weitergeben."

Der zweite, kleinere Geschäftsbereich Dämmen (Heraklith) hat 2003 nach seiner Neuausrichtung eine deutliches Ergebnisplus erwirtschaftet, "obwohl uns die Baukonjunktur nicht geholfen hat", wie der zuständige RHI-Vorstand Eduard Zehetner dazu anmerkte. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 69 Prozent von 4,2 auf 7,1 Mio. Euro, während der Umsatz mit 166,9 (nach 168,8) Mio. Euro stagnierte.

Ertragssteigerungen erwartet

Für 2004 erwartet Zehetner weitere Ertragssteigerungen im Bereich Dämmstoffe. Im ersten Quartal sei der Umsatz um 12 Prozent gestiegen, Wachstum sieht Zehetner vor allem in Osteuropa und Russland sowie in Deutschland, wo die Tahlsohle in der Baukonjunktur nun durchschritten sein dürfte.

Für den Gesamtkonzern hat RHI heute die bereits veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen für 2003 bestätigt. Demnach erzielte RHI einen Konzerngewinn nach Minderheitsanteilen von 72,9 Mio. Euro nach 46,9 Mio. Euro im Jahr davor, das entspricht einer Steigerung um 55,4 Prozent. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 3,65 (2002: 2,35) Euro.

Die Rückkehr in die Gewinnzone hat RHI im zweiten Jahr (nach der Krise durch das US-Asbestdebakel 2001) bestätigt: Das Konzern-Ebit stieg um 3,7 Prozent von 117,6 auf 122 Mio. Euro. Der um 9 Prozent schwächerer Konzernumsatz von 1,233 (1,358) Mrd. Euro wird vor allem auf die erfolgte Veräußerung der Geschäftssparten Engineering Mitte 2002 und Isolieren im Jahr 2003 begründet.

Nach dem hohen Jahresfehlbetrag 2001 (minus 856,4 Mio. Euro) und des noch immer negativen Eigenkapitals im Konzern wird der Hauptversammlung am 27. Mai 2004 auch für 2003 keine Dividende vorgeschlagen.(APA)

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Magna

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