Unerkannter Kopfschmerz

27. April 2004, 16:36
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Die Schmerzen bleiben bei Kindern oft unerkannt - zum Teil fehlen auch Forschungsdaten

Wien - Rund 25 Prozent der Kinder leiden mehr oder weniger häufig an Kopfschmerzen. Doch mehr als die Hälfte von ihnen leidet, ohne dass sie Hilfe erhält. Dies erklärten am Donnerstag Fachleute beim 6. Internationalen Kinder-Kopfschmerz-Kongress in Wien.

"Teilweise liegt das daran, dass Kinder oft nur kurze Kopfschmerz-Episoden haben. Sie können auch manchmal ihre Symptome nicht so gut darstellen", sagte der Wiener Neurologe Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber bei einem Pressegespräch aus Anlass des Kongresses.

Wenig erforscht

"Nichts Genaues weiß man nicht" - das gilt noch immer für wesentliche Bereiche der Kopfschmerz-Problematik bei Kindern. Die finnische Expertin Dr. Liisa Mesähonkala: "Sehr wenig Daten gibt es zum so genannten Spannungs-Kopfschmerz. Am ehesten erforscht ist noch die Migräne bei Kindern. Man kann annehmen, dass etwa zwölf Prozent der zwölfjährigen Kinder Migräne haben, eben so häufig dürfte der Spannungs-Kopfschmerz sein."

Migräne ist durch halbseitige, pochende und in Attacken auftretende Symptome am besten charakterisiert. Bei Kindern tritt im Vergleich zu Erwachsenen seltener eine Licht- und Schallphobie auf, andererseits können Attacken sich auch als Bauchweh maskieren. Der Spannungskopfschmerz ist eher drückend und umfasst den ganzen Kopf - oft vom Nacken her.

Die finnische Expertin: "Weniger als 50 Prozent der Kinder mit regelmäßigen Kopfschmerzen kommen zum Arzt. Sie tauchen oft erst als erwachsene Kopfschmerz-Patienten auf."

Therapie

Die so genannten Triptane haben als spezifisch wirkende Migräne-Medikamente bei Erwachsenen mit schweren Beschwerden eine Revolution in der Therapie gebracht. Ähnlich gute Erfolge sind auch bei Kindern zu erzielen. Doch oft hilft diesen auch die bloße Möglichkeit, eine Attacke "weg zu schlafen".

Bei häufigen Beschwerden kann eine prophylaktische Therapie sinnvoll sein. Hier setzt der US-Experte Dr. Frank Andrasik, er ist Psychologe, vor allem auf Entspannungstechniken und Biofeedback-Methoden: "Das ist genau so wirksam wie etwaige Medikamente." (APA)

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