SCO-Investor Baystar macht mehr Druck

28. April 2004, 11:33
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Unternehmen fordert die Ablöse von SCO-Chef McBride - Zu wenig Konzentration auf die Verfahren

Der Konflikt zwischen der Softwarefirma SCO Group und der Investmentfirma Baystar Capital spitzt sich zu. Nachdem Baystar angekündigt hatte, sich aus der SCO zurückzuziehen und eine Millionen-Dollar-Forderung stellte – der WebStandard berichtete – wird nun auch die Ablöse von SCO-Chef Darl McBride gefordert.

Zu wenig auf die Verfahren konzentriert

Nach ansicht von Baystar hätte sich McBride zu wenig auf die anhängigen Verfahren gegen IBM und Novell konzentriert. In einem Interview mit der New york Times erklärte Baystar-Manager Lawrence Goldfarb, dass sich die SCO unter McBride nicht ausreichend auf die anhängigen Gerichtsgänge konzentriert habe. Das Unternehmen habe stattdessen zu viel Geld ausgegeben und sich in der Öffentlichkeit zu oft mit zu umfassenden Statements produziert. Allerdings betonte Goldfarb nun auch, dass Baystar an seinem Investment SCO festhalten werde. Auch meint Goldfarb, dass er von Seiten Microsofts auf die Investment-Möglichkeit bei der SCO aufmerksam gemacht wurde, allerdings seien sonst keinerlei Aktivitäten von Microsoft gesetzt worden und auch nicht zu erwarten.

Unix-Produkte bringen keinen Wert für die Shareholder

BayStar, das im Herbst des Vorjahres 20 Mio. Dollar in SCO investiert hatte, fordert eine Führungsebene, die die Auseinandersetzung mit der Linux-Community in einer "sensibleren, professionelleren Art führt", teilte Unternehmenssprecher Bob McGrath laut einem Bericht des Branchendienstes Cnet mit. "Wir müssen das Team stärken, um Leute mit Erfahrung und Wissen in rechtlichen Auseinandersetzungen hineinzubekommen", sagte McGrath. Darüber hinaus soll sich SCO nach dem Willen der Investoren von seinen Unix-Produkten trennen. Das Investmentunternehmen fordert zusätzlich, dass sich SCO ganz auf die Klagen gegen diverse Linux-User konzentriert und sein Unix-Geschäft aufgibt. "Die Unix-Produkte bringen keinen lang anhaltenden Wert für die Shareholder", kritisiert BayStar. "Es gibt nur wenig Aussichten für das Geschäft", sagte McGrath. SCO bezeichnete dagegen in einer ersten Stellungnahme Unix als Kernkompetenz des Unternehmens, die nicht aufgegeben werden soll.

Finanzchef musste gehen

Die SCO reagierte auf den Druck von Baystar bislang mit der Auswechslung des Finanzchefs. Doch dürfte dies die Investoren nicht beeindrucken – neben der Ablöse von McBride sollen auch die beiden für das Lizenzgeschäft zuständigen Manager Chris Sontag und Gregory Blepp zur Debatte stehen. Die Investment-Firma übte heftige Kritik an deren Gehalt. Als erste Reaktion auf dieses Interview kündigte SCO-Sprecher Blake Stowell gegenüber US-Medien an, dass es keinerlei Ambitionen der SCO in Richtung Auswechslung des Managements gebe.(red/pte)

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