Hintergrund: Abzug oder Bündnistreue

24. April 2004, 16:22
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US-Partner im Irak auf dem Prüfstand - Bisher drei Staaten aus Koalition ausgeschert

Bagdad - Von den insgesamt 34 Ländern, die sich an den Koalitionsstreitkräften im Irak beteiligen, haben bisher drei den Abzug ihrer Truppen bekannt gegeben: Spanien, Honduras und die Dominikanische Republik. Insgesamt sind 155.000 Soldaten der Koalition im Irak stationiert, rund 130.000 von ihnen aus den USA. Im Folgenden ein Überblick über die Haltung wichtiger Truppensteller:

- GROSSBRITANNIEN (8.700 Soldaten) steht als wichtigster Verbündeter der USA fest zu seinem Engagement, ebenso AUSTRALIEN (850 Soldaten).

- ITALIEN (3.000 Soldaten) bekräftigt ebenfalls seine Bündnistreue. Mitte April töteten irakische Aufständische erstmals eine ihrer ausländischen Geiseln, einen 35-jährigen Italiener, um den Abzug der italienischen Truppen zu erzwingen.

- POLEN (2.500 Soldaten) gilt nach den jüngsten Äußerungen des scheidenden Regierungschefs Leszek Miller als Wackelkandidat. Miller sagte, der Abzug Spaniens und der lateinamerikanischen Staaten ändere die Lage. Polen werde aber keine "hastigen" Entscheidungen treffen, sondern das Datum seines Truppenabzugs "genau überdenken".

- JAPAN (550 Soldaten) bezeichnet die Koalition als solide und erwägt keinen Abzug. Die japanischen Soldaten dürfen sich nur an Hilfseinsätzen und nicht an Kampfhandlungen beteiligen.

- SÜDKOREA (400 nicht kämpfende Truppenangehörige) hält an seinem Plan zur Entsendung von weiteren 3.600 Soldaten fest, womit es nach Großbritannien zum größten Partner der USA im Irak würde. Der eigentlich für April geplante Einsatz wurde um zwei Monate verschoben. Die zusätzlichen Soldaten sollen ausschließlich für den Wiederaufbau eingesetzt werden.

- THAILAND (451 Soldaten) ist trotz eines Senatsvotums für den Verbleib der Truppen noch nicht eindeutig festgelegt. Die Entscheidung über einen Verbleib oder Abzug liegt bei Regierungschef Thaksin Shinawatra, der sich wegen der Gefahr für die Soldaten wachsendem innenpolitischen Druck ausgesetzt sieht.

- SPANIEN (1.432 Soldaten), HONDURAS (368 Soldaten) und die DOMINIKANISCHE REPUBLIK (300 Soldaten) ziehen ihre Soldaten ab. Als letztes lateinamerikanisches Land bleibt EL SALVADOR (374 Soldaten), das ankündigte, die Truppen zumindest bis Ende Juni im Irak zu belassen. (APA/AFP)

- Von den übrigen 26 Irak-Koalitionspartnern haben die UKRAINE (1.650 Soldaten), die NIEDERLANDE (1.300 Soldaten) sowie RUMÄNIEN (730 Soldaten) die größten Kontingente entsandt; sie stellen den Einsatz nicht in Frage.

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