Stammesführer in Najaf: "Schiiten-Rebellen sollen einlenken"

24. April 2004, 16:22
18 Postings

Erklärung wendet sich an Gefolgsleute El Sadrs - Großbritannien will "ein paar Jahre" im Irak bleiben

Falluja - In der von US-Truppen belagerten irakischen Stadt Najaf haben Stammesführer die schiitischen Milizionäre zum Einlenken aufgerufen. "Wir bitten euch im Namen des Islams, die Heiligkeit der Stadt zu wahren", hieß es in einer Erklärung, die sich in erster Linie an die bewaffneten Gefolgsleute des radikalen Predigers Moktada el Sadr wandte. Es war der erste derartige Appell von Bewohnern der Stadt, in der sich eines der bedeutendsten schiitischen Heiligtümer befindet.

Weiter hieß es in der am Mittwoch von 25 Stammesführern unterzeichneten Erklärung, die Lösung des Konflikts mit den Besatzungstruppen solle den irakischen Funktionsträgern überlassen werden, "so dass nicht das Blut unschuldiger Menschen vergossen wird". Sollten US-Soldaten zur Verhaftung Sadrs nach Najaf einrücken, könnte dies nach allgemeiner Einschätzung zu einem Massenaufstand der Schiiten im Irak führen.

Briten bleiben "mindestens ein paar Jahre"

Nach der Serie von Selbstmordanschlägen in der südirakischen Stadt Basra erklärte der britische Außenminister Jack Straw am Donnerstag, die Soldaten seines Landes würden noch "mindestens ein paar Jahre" im Irak bleiben. Selbstmordattentäter hatten am Mittwoch vor Polizeieinrichtungen gleichzeitig fünf Autobomben gezündet. Mindestens 68 Menschen kamen ums Leben, weitere 200 wurden verletzt, darunter fünf britische Soldaten. Basra liegt in der britischen Besatzungszone im Süden des Irak.

Bei Gefechten zwischen Widerstandskämpfern und US-Soldaten in Falluja wurden am Mittwoch mindestens 20 Aufständische getötet. Zunächst war von neun Toten berichtet worden, die US-Streitkräfte korrigierten am Abend aber die Zahl nach oben. Die Kämpfe hätten rund vier Stunden angehalten, berichtete Oberstleutnant Brennan Byrne. (APA/AP)

Share if you care.