Über die dann weit geöffnete Grenze

23. April 2004, 12:03
posten

Ein "Closer View" auf neun Beispiele einer "Neuen Welle" tschechischer und slovakischer Dokumentarfilme

Dem Lebensalltag jenseits der nahen Grenzen zu den Nachbarländern Tschechien und Slowakei nähert sich in Linz das Special Closer View: Neun Filme vorwiegend junger tschechischer und slowakischer Dokumentarfilmschaffender hat Marek Hovorka, Leiter des Internationalen Dokumentarfilmfestivals Jihlava (Iglau), zusammengestellt - nach den Kriterien "Originalität und spürbare Handschrift". Eine Podiumsdiskussion "Closer View - The New Wave of Czech and Slovak Documentary Films" vertieft am Donnerstag, 6. Mai um 15.00 Uhr in der Festivallounge im O.K Centrum/Mediendeck.

Die Filme

Nonstop von Jan Gogola junior setzt sich aus Begegnungen mit Menschen zusammen, die entlang der Autobahn zwischen Brünn und Prag leben, arbeiten oder reisen.

Mit Bohemia Docta entwirft der Dokumentarfilmer, Dichter und Künstler Karel Vachek ein 254-minütiges Tschechien-Panorama, in dem Dante und Marx ebenso Platz finden wie die Plastic People of the Universe, eine Untersuchung der Kultur der Roma oder die Wiedereröffnung des legendären Café Slavia.

Otec B. / Village B. von Filip Remunda zoomt auf das tschechische Städtchen Bisany, die kleinste Stadt der Welt mit Bundesligafußballteam. Hauptfigur ist der begeisterte Schuldirektor Jaroslav Triska, der das Filmteam als begeisterter Amateurfilmer mit Ratschlägen überhäuft.

Erika Hnikova rückt in Zeny pro meny / The Beauty Exchange drei Frauen mit sehr unterschiedlichem Bezug zur weiblichen Schönheit ins Bild.

Ein Abwesender ist die Hauptfigur in Vít Klusáks Porträt Ocet / Jazz War, das seinem prominenten Vater, dem Musiker Emil Viklicky, gewidmet ist. Bloß weigerte sich der, vor die Kamera zu treten ...

Theodora Remundová schließt sich in Niceho Nelituji / No Regrets drei Frauen aus drei Generationen bei einem konfliktreichen Familienausflug an und beobachtet die Verwicklung einer Vorortbewohnerin in ähnliche familiäre Zwistigkeiten.

Wie die Jahre ins Land gehen, wie sich vieles ändert und letztlich doch alles gleich bleibt, zeigt der slowakische Regisseur und Filmakademiedozent Peter Kerekes in seinem humorvollen Schwimmbadporträt 66 Sezón / 66 Seasons.

Den komplexen Strukturen, Fortpflanzungs- und Ausbreitungsstrategien von Pilzen spürt Vít Janecek in seinem Essayfilm Houba / Fungus nach und entdeckt verblüffende Analogien zu wissenschaftlichen und technologischen Phänomenen wie dem Internet.

Hej, Slovàci! / Hey, You Slovacs! von Robert Kirchhoff lässt VertreterInnen unterschiedlicher Generationen, Bevölkerungsgruppen und Berufsstände zur Veränderung der Gesellschaft in der Slowakei Stellung nehmen und über ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen sprechen. (Festival/red)

  • "Zeny pro meny"
    foto: crossing europe

    "Zeny pro meny"

Share if you care.