Hochzeitsfotograf mit Sinnkrise

23. April 2004, 12:03
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Eine Werkschau des italienischen Regisseurs Matteo Garrone im Zeichen marginalisierter Räume und Fluchtversuche

Eine Werkschau ist dem italienischen Regisseur Matteo Garrone gewidmet, der mit 36 Jahren bereits auf ein recht umfangreiches Ouevre zurückblicken kann. Nach einer Karriere als Maler und Kameraassistent gründete er 1997 die Produktionsfirma "Archimede" und produzierte im selben Jahr sein Spielfilmdebüt Terra di mezzo / Land in between , das den Lebensbedingungen von Ausländern in Rom kritisch auf den Grund geht.

Vom Filmdebüt bis zum jüngsten, bei der Berlinale 2004 präsentierten Werk Primo Amore / First Love ziehen sich zwei Konstanten durch Garrones Arbeiten: eine spezifische Präsentation von oft marginalisierten Räumen und das Motiv des Außenseiters, der aus einer existentiellen Verzweiflung heraus einer eng gewordenen Welt zu entfliehen versucht.

Im Programm des Festivals stehen sechs Garrone-Termine: Auf Terra di mezzo folgt Oreste Pipolo, fotografo di matrimoni / Oreste Pipolo, Marriage Photographer, das Porträt eines altgedienten neapolitanischen Hochzeitsfotografen, der seinen Beruf längst satt hat.

In Ospiti / Guests aus dem Jahr 1998 kreuzen sich die Wege vier unterschiedlicher Charaktere in Rom, um nach einem kurzen Moment der Solidarität wieder auseinanderzudriften. In Estate Romana / Roman Summer sucht eine alte Schauspielerin in der geschäftigen ewigen Stadt nach einem Weg aus der Welt.

Ein kleinwüchsiger, in mafiöse Machenschaften verstrickter Tierpräparator, der nach und nach seine dunklen Seiten offenbart, ist die Hauptfigur von L'Imbalsamatore / The Embalmer / Der Einbalsamierer, der mit Präsenz auzf den Festivals von Cannes 2002 und Rotterdam 2003 Garrone international bekannt machte. (Festival/red)

  • Artikelbild
    foto: crossing europe
  • "Primo Amore"
    foto: crossing europe

    "Primo Amore"

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