Handy-Strahlung primär von Netzausbau und Telefonieverhalten abhängig

30. April 2004, 15:22
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"connect" weist Top-20-Handys mit niedrigem Strahlungsfaktor aus - Sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen gegen Handy-Strahlu

Die aktuelle Diskussion um eine denkbare gesundheitsschädigende Wirkung von Handy-Strahlung verunsichert viele Verbraucher. Auch die seit einiger Zeit von den Herstellern veröffentlichte so genannte "Spezifische Absorptionsrate" (SAR), die Auskunft über die Strahlung der jeweiligen Geräte geben soll, hat die Unsicherheit nur verstärkt. Zudem ist der SAR-Wert, für den ein unbedenklicher Grenzwert von 2 Watt pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt wurde, eine praxisferne Angabe. Das Telekommunikationsmagazin "connect" bietet daher seit drei Jahren mit dem Strahlungsfaktor eine Alternative. Der Wert bezieht im Gegensatz zur SAR auch die tatsächliche Sendeleistung in die Berechnung mit ein, die je nach Netzabdeckung schwankt. In seiner aktuellen Ausgabe listet das Magazin die 20 Top-Handys mit niedrigem Strahlungsfaktor auf und gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem Handy. Demnach kann man mit dem Sony Ericsson Z600 am „strahlungsärmsten“ mobil telefonieren, gefolgt vom NEC n22i und dem LG G7050.

Vernünftiger Umgang mit der Technik

Viel wichtiger als die Auswahl eines bestimmten Handy-Modells ist jedoch der vernünftige Umgang mit der Technik. "connect" weist unter anderem darauf hin, dass möglichst nicht in fahrenden Zügen telefoniert werden sollte, da das Handy dort oft mit maximaler Leistung sendet und selbst im Ruhezustand ständig auf Sendersuche ist. Das gilt auch für die Handy-Waggons. Außerdem empfiehlt sich, beim Verbindungsaufbau Abstand zum Ohr zu halten, bis das Gespräch zu Stande gekommen ist. Zur Vorbeugung sollten möglichst oft Headsets zum Einsatz kommen – beim Autofahren sind Freisprecheinrichtungen sowieso Pflicht. Humbug sind so genannte Strahlenblocker zum Aufkleben auf die Antennen: Im besten Fall bewirkt der Blocker nichts, im ungünstigsten Fall wird tatsächlich Strahlung absorbiert, was dann wiederum dazu führt, dass das Handy vom Netz angewiesen wird, mit höherer Leistung zu senden. Vermeiden sollte man trotz praktischem Westentaschenformat der aktuellen Modelle, die Geräte den ganzen Tag eingeschaltet am Körper zu tragen.

Die Feldstärken durch Rundfunk- und TV-Sender sind offensichtlich oft höher

Ängstlich beäugt werden derzeit auch die Mobilfunk-Basisstationen. Doch nur in unmittelbarerer Nähe zu einer Antenne – das heißt wenige Meter – wird der gesetzliche Grenzwert auch nur annähernd erreicht. „connect“ hat in eigenen stichprobenartigen Messungen bestätigt: Die Feldstärken durch Rundfunk- und TV-Sender sind offensichtlich oft höher als die Feldstärke, die auf Mobilfunk-Sendeanlagen zurückgeht. Auch eine Studie des Landesamtes für Umweltschutz Baden-Württemberg hat dies flächendeckend bestätigt, ebenso wie die Tatsache, dass die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten werden. (red)

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