"Leidenszeit" durch Pollen

28. April 2004, 12:56
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Die Pollensaisonen werden immer länger - auch die psychische Verfassung hat Einfluss auf Allergiekranke - mit Grafik

Wien - Mit der warmen Frühlingszeit beginnt für rund 20 Prozent der ÖsterreicherInnen die Allergiezeit. "Zum Leidwesen der Allergiekranken werden die Pollensaisonen immer länger. Das liegt vor allem an der Klimaveränderung. In dieser Saison hatten wir sogar schon im vergangenen November die ersten Hasel-Pollen", so Dr. Waltraud Emminger, Leiterin des Wiener Allergie-Ambulatoriums Rennweg.

Die Verlängerung der "Leidenszeit" hinterlässt natürlich auch Spuren in der Psyche der Betroffenen. AllergikerInnen neigen verstärkt zu Depressionen und geben an, dass sie sich in ihrer Lebensqualität ähnlich eingeschränkt und belastet fühlen, wie AsthmatikerInnen und zum Teil sogar Krebskranke. Umgekehrt kann man auch sagen, dass die psychische Verfassung Einfluss auf die Allergie-Anfälligkeit einer Person hat. "Zum Beispiel sind Stress-geplagte Menschen anfälliger für Allergien als andere", so die Ärztin.

Überhöhte Hygiene

Neben der Psyche trägt unter anderem auch eine überhöhte Hygiene Schuld an der Anfälligkeit für Allergien. "Kinder, die beispielsweise auf dem Bauernhof aufwachsen und häufig mit Mist und Bakterien in Berührung kommen, weisen deutlich weniger Allergien auf. Stadtkinder haben hingegen weniger Möglichkeiten, ihr Immunsystem aufzubauen", erklärte die Expertin.

Kreuzallergene

Außer am problematischen Verhältnis zur frühlingshaften Natur leiden PollenallergikerInnen oftmals auch an einer Beeinträchtigung ihres Essverhaltens, ausgelöst durch Kreuzreaktionen mit bestimmten Lebensmitteln. Wer sich zum Beispiel auf Birkenpollen sensibilisiert hat, kann auch auf Kernobst, wie Apfel, Kirschen und Marillen sowie auf Nüsse allergisch reagieren. Emminger rät daher allen Betroffenen, die durch Blütenstaub oder Gras Symptome bekommen, sich über mögliche Kreuzallergene zu informieren.

Alltagstipps

Weiters hat die Expertin einige nützliche Alltagstipps parat: So sollten Betroffene zum Beispiel die Sonnenseite einer Straße meiden, da der Blütenstaub in der Wärme aufsteigt. Auch Waldränder sind kein geeigneter Aufenthaltsort für Pollen-Opfer, wohingegen der Wald selbst einen Filter darstellt.

Außerdem sollten PollenallergikerInnen bei geschlossenem Fenster schlafen, nach Spaziergängen oder Aufenthalt im Garten Schuhe vor dem Haus ausziehen, Kleidung wechseln, Haare waschen. Ein spezieller Pollenfilter im Auto erschwert den lästigen Quälgeistern ebenso den Angriff, wie Parkett oder Fliesenböden anstelle eines Teppichs. Wichtig ist darüber hinaus wegen der hohen Asthma-Gefahr eine ärztliche Behandlung. Eine Linderung der Beschwerden können auch alternative Behandlungsmethoden wie zum Beispiel Akupunktur bringen. (APA)

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    Die Pollensaison hat zum Leidwesen von AllergikerInnen begonnen ...

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    Mit dem Frühling kommen die Pollen

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