"Ein Rechenzentrum, so sicher wie Fort Knox"

29. April 2004, 13:39
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20 bis 30 Meter unter dem Wiener Rennweg errichtet T-Systems im T-Center derzeit das modernste Rechenzentrum Europas

Noch bleiben vereinzelt Aufzüge zwischen den einzelnen Stockwerken stecken, doch spätestens wenn im September 2004 das T-Center-Rechenzentrum den vollen Betrieb aufnimmt, wird alles so sicher sein wie Fort Knox, versichert der Geschäftsführer von T-Systems Österreich, Franz Grohs. "Denn der Schatz, den wir hier hüte, sind die Daten unserer mehr als 100 Kunden."

Zutritt verwehrt

Sicherheit wird hier wirklich großgeschrieben. Hausherr Grohs gewährt dem STANDARD zwar eine Führung durch die sich unterirdisch über 200 Meter erstreckenden Räume des zukünftigen Rechenzentrums, der Zutritt zum Herz der Anlage, der alles überwachenden Sicherheitszentrale, bleibt aber verwehrt. 400 Kameras dienen der Rund-und-um-die-Uhr-Überwachung.

T-Palast

Kahle weiße Gänge mit dicken Kabelsträngen und Rohren ziehen sich entlang der Decken im zweiten und vierten Untergeschoß des "T-Palasts" am Rennweg. Unter anderem wurden 2400 Kilometer Glasfaser zwischen den Stockwerken und 5000 Kilometer Kupferkabel zu den rund 2500 Arbeitsplätzen im Gebäude verlegt. Massige blaue und graue Stahltüren führen zu den einzelnen Betriebsräumen des derzeit 1700 Quadratmeter umfassenden hochredundanten Rechenzentrums, das später 600 Server haben soll. Redundant bedeutet in diesem Fall: Fällt ein Glied in der Kette aus, gibt es noch mindestens ein zweites, das dessen Aufgabe übernimmt.

"Unabhängig von externen Stromversorgern"

"Das T-Center funktioniert als autarke Einheit und ist im Krisenfall unabhängig von externen Stromversorgern", berichtet Grohs. Das Netzwerk-Equipment ist in räumlich getrennten Rechenzentrumszellen untergebracht. Wie das gesamte Haus werden sie aus unterschiedlichen Energiequellen "angespeist" - redundant, versteht sich. Bei einem regionalen Katastrophenfall können zusätzlich alle Daten an einem weiteren Standort gesichert bzw. verfügbar gemacht werden.

Bei Stromausfall überbrücken drei Zwölf-Zylinder-Schiffsdieselmotoren die Energieversorgung. Die Leistung der Motoren entspricht der Stromversorgung einer Stadt mit rund 4000 Einwohnern. Ebenso redundant aufgebaut ist die Klimatisierung des Gebäudes und des Rechenzentrums.

Kein Platz für Raucher

Für Raucher ist im gesamten Rechenzentrum kein Platz. Brandfrüherkennungsanlagen lösen bei der kleinsten Rauchentwicklung einen Höllenlärm aus. Sollte im Nichtbrandfall der Alarm nicht binnen zweier Minuten gestoppt sein, werden in den Rechenzellen die Gaslöschanlagen in Betrieb gesetzt, Personen werden durch Sprinkleranlagen geschützt.(Karin Tzschentke, DER STANDARD Printausgabe, 22. April 2004)

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