Bolivien und Argentinien schließen Vertrag zum Export von Erdgas

26. April 2004, 14:49
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Abkommen in Bolivien umstritten

Buenos Aires - Die Präsidenten von Argentinien und Bolivien, Nestor Kirchner und Carlos Mesa, haben ein umstrittenes Abkommen zum Export von bolivianischem Erdgas unterzeichnet. Die am Mittwoch in Buenos Aires geschlossene Vereinbarung sieht eine Lieferung von täglich vier Millionen Kubikmetern Gas während eines halben Jahres vor. Bolivien wolle dem Nachbarland angesichts der dortigen Energiekrise helfen, sagte Mesa. Der Export sei auf kurze Zeit beschränkt.

In Bolivien ist das Abkommen äußerst umstritten. Viele fürchten, Argentinien könne das Gas an Chile weiterverkaufen, den Erzfeind Boliviens. Wegen des Streits war Mitte des Monats die gesamte Regierung zurückgetreten. Präsident Mesa hatte daraufhin angekündigt, die Bevölkerung im Juli über die weitere Verwendung der Gasvorkommen abstimmen zu lassen. Im vergangenen Jahr hatte der Plan des damaligen Präsidenten Gonzalo Sanchez de Lozada, Erdgas über eine Pipeline durch Chile in die USA zu exportieren, einen Aufstand ausgelöst. Etwa 80 Menschen wurden getötet und der Präsident musste zurücktreten. (APA)

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