Islamische Länder verurteilen Schulterschluss USA-Israel

23. April 2004, 20:08
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OIC zu Krisentreffen in Malaysia

Putrajaya - Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) missbilligt die Unterstützung der USA für die einseitigen israelischen Pläne, die auf die Räumung des Gaza-Streifens bei gleichzeitiger Annexion von Teilen des Westjordanlandes hinauslaufen. Das unilaterale Vorhaben des israelischen Regierungschefs Ariel Sharon mit amerikanischer Rückendeckung schade dem Friedensprozess im Nahen Osten und missachte die unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volkes, heißt es in einem Erklärungsentwurf zu Beginn eines außerordentlichen OIC-Treffens in Putrajaya in Malaysia.

Der malaysische Premier Abdullah Ahmad Badawi sprach sich zu Beginn der Konferenz für eine zentrale Rolle der Vereinten Nationen im Irak aus. Die Delegationen verurteilten die Anschläge von Basra, denen am Mittwoch mindestens 68 Menschen zum Opfer fielen. Die Freude über den Sturz des Regimes von Saddam Hussein sei von solchen terroristischen Gewaltakten zerstört worden, sagte der malaysische Regierungschef. Zur Stabilisierung der Lage sei es jetzt notwendig, die Vereinten Nationen stärker einzubeziehen.

Der PLO-Außenbeauftragte Faruk Kaddumi sagte vor Journalisten, die USA hätten mit ihrer Kehrtwende zu Gunsten Israels ihre Glaubwürdigkeit verloren. Die Billigung einseitiger Schritte Israels stelle den gesamten Friedensprozess auf der Grundlage der so genannten Roadmap in Frage. Es wurde erwartet, dass der Erklärungsentwurf von der gesamten IOC unterstützt wird.

In ihrer gegenwärtigen Gestalt als Forum aller Länder mit islamischer Bevölkerung wurde die OIC - ursprünglich ICO - 1971 auf Initiative des damaligen Königs Faisal von Saudiarabien gegründet. Sie hat derzeit 57 Vollmitglieder. Beobachterstatus haben Bosnien-Herzegowina, die Zentralafrikanische Republik, Guyana und Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste), sowie die international nicht anerkannte "Türkische Republik Nordzypern" und die islamische Moro-Befreiungsfront der Philippinen. Albanien war unter dem früheren Staatschef Sali Berisha Mitglied geworden, später aber wieder ausgetreten. (APA/AP)

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