Malta: Unaussprechlich

22. April 2004, 13:50
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Für verpflegungsneutrale Urlauber ist auch in Malta alles gleich: Panierte Fischfilets, Pommes frites, Pasta und Pizza

Für verpflegungsneutrale Urlauber ist auch in Malta alles gleich: Panierte Fischfilets, Pommes frites, Pasta und Pizza. Wer insulare Küche genießen möchte, achte bei der Besichtigung aushängender Menüpläne auf folgende Vokabeln: "Fenek", "Aljotta", "Bragioli". Dadurch auf die richtige Spur gebracht, erschließt sich eine (wenn ordentlich gekocht) gar köstliche Küche.

Im "Fanelli" (293 St. Ursula Street, La Valetta) ist die maltesische Gourmet-Palette besonders präsent. Man beginnt beispielsweise mit Aljotta, einer sehr stark mit Knoblauch angereicherten Fischsuppe, setzt mit Fenek fort, einem Kaninchen in Tomatensoße, und isst zum Schluss den Ziegenkäse "Gbelnja" - womit einer der für uns nahezu unaussprechlichen maltesischen Namen gefallen ist.

Während das "Fanelli" die traute Gewölbe-Stimmung vermittelt, hat man im "Giannini" (23, Windmill Street, La Valletta) eine herrliche Aussicht auf Sliema, die gegenüber liegende Hafenstadt. Dieses Lokal brilliert durch italienische Spezialitäten, serviert aber auch die Zahnbrasse (Dentici) und den der Makrele ähnlichen "Lambuka". Dort gibt es auch eine große Auswahl italienischer Weine und Weine aus maltesischen Kellereien wie Marsovin und Delicata. Sie importieren ihre Trauben vor allem aus dem Friaul und dem Veneto. In Malta selbst reicht es nur für kleinere Weingärten.

Octopus in Rotwein gekocht haben wir besonders köstlich gefunden und auch in der alten Residenz von Medina (das Lokal in der Holy Cross Street heißt eben so) konsumiert. Man kann als nächsten Gang die angeblich immer beliebteren Rindsrouladen namens "Bragioli" auf den Tisch bringen lassen - gefüllt sind sie mit Schweinefleisch, Brot, Eiern und Kapern.

"Imquaret", "Halwa tat Tork", "Mqaret" - das sind die Namen von Süßigkeiten der Insel, die auf diesem Sektor ganz in der zarten Tradition Italiens steht. Auch was den Kaffee betrifft, fühlt man sich etwa im Café Cordina ganz nach Sizilien versetzt. Denn meistens spielt da auch noch eine qualitätsvolle Architektur die Rolle des Übergusses und Überflusses. (Gerfried Sperl/Der Standard/rondo/23/04/2004)

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    Bragioli

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