Hearing - von RAU

27. April 2004, 19:09
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Nach allen Berichten, auch in den eher konservativen Zeitungen, hat sich Heinz Fischer bei dem streckenweise relativ feindseligen Hearing mit der FP gut geschlagen: verbindlich im Ton, aber standfest in der Sache. Es war gut, dass er eines ein weiteres Mal klar gemacht hat: Die Haider-FP ist zwar eine demokratisch gewählte Partei, das bedeutet aber noch lange nicht, dass all das Gedankengut, das vor allem Haider so über 15 Jahre von sich gegeben hat, mit einer demokratischen Kultur im Europa des 21. Jahrhunderts vereinbar ist. Hearings dieser Art sind neu bei Wahlkämpfen um die Bundespräsidentschaft und sie sind ein Positivum dieses Wahlkampfs. Dass sich die beiden Bewerber um das Amt den Parteien stellten, die keine Kandidaten aufstellen, ist ungewöhnlich, aber nicht unlogisch. Benita Ferrero hatte bei der FP leichtes Spiel, schon weniger bei den Grünen. Heinz Fischer hatte mit den Grünen nicht viel Mühe, dafür stieß er bei den Freiheitlichen auf wesentlich mehr Aggressivität. Kandidaten müssen das aber aushalten. In dem Sinn waren die Hearings und ihre mediale Beurteilung vielleicht die wichtigsten Indikatoren für das Verhalten, das die beiden Wettbewerber im Amt an den Tag legen werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2004)
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