US-Anwalt Ed Fagan bereitet Klage gegen Hypo Alpe-Adria vor

29. April 2004, 16:40
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Vorwurf wegen betrügerischer Absichten - Im Auftrag von amerikanischen und europäischen Investoren sollen 90 Millionen Euro zurückgefordert werden

Wien - Der US-Staranwalt Ed Fagan bereitet im Auftrag amerikanischer und europäischer Investoren eine Klage gegen die Hypo Alpe-Adria Bank vor, berichtet das "WirtschaftsBlatt" in seiner Donnerstag-Ausgabe.

Fagan werfe der Hypo Alpe-Adria betrügerische Absichten vor und fordert 90 Mio. Dollar. Zudem stünden weitere Gerichtsverfahren und Ermittlungen an. Die Hypo Alpe Adria weise die Vorwürfe zurück.

Fagan unterstelle der Bank betrügerische Absichten, mit dem Ziel "zweistellige Millionenbeträge aus den USA abzusaugen und damit verbundene Aktionen zu verschleiern", so Fagan im Gespräch mit der Zeitung.

Immobiliengeschäfte via US-Gesellschaft

Konkret gehe es um Immobiliengeschäfte via der US-Gesellschaft G-CAP, über die Gelder in Osteuropa-Gesellschaften geflossen seien. Anstatt jedoch die Profite aus den geschäftlichen Aktivitäten wie vereinbart entsprechend den gesellschaftlichen Anteilen in die USA rückzutransferieren, habe sich "das Geld in der Bank in Luft aufgelöst", heißt es im Bericht. Fagan wisse von Hypo-Geldern in den USA: "Ich bin beauftragt, Ansprüche in der Höhe von 90 Mio. Dollar einzuklagen."

Hypo-Chef Wolfgang Kulterer kann sich laut "WirtschaftsBlatt" auf die Attacke Fagans keinen Reim machen: "Ich habe nicht gewusst, dass wir schon so berühmt sind, dass uns der Herr Fagan entdeckt." Weder sei an den Vorwürfen etwas dran, noch habe Hypo je Geschäfte in den USA gemacht oder Gelder dort veranlagt: "Wir sehen das daher sehr gelassen."

Ungelegene Vorwürfe

Fagans Vorwürfe kämen für den erfolgsverwöhnten Hypo-Chef dennoch ungelegen: Nicht nur weil dadurch die tolle Bilanzpräsentation getrübt wird, sondern weil es auch anderweitig Ungemach gibt. So habe der Austro-Kanadier Walter Wolf zu Wochenbeginn eine Feststellungs- und Rechnungslegungsklage wegen des Streits um die kroatische Getränkefirma Maraska in Klagenfurt eingebracht.

Weiters ermittle die Staatsanwaltschaft Padua in Zusammenhang mit dem Hypo-Feriendorf "Skipper" in Umag, bei dem sich italienische Investoren geschädigt fühlten. In beiden Fällen habe sich die Hypo laut Kulterer aber "völlig korrekt" verhalten: "Solche Rechtsstreitigkeiten gehören leider zum Geschäft." (APA)

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