Kolportiert: Zwei Exitstrategien für Ferrero

24. April 2004, 18:59
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Was macht die schwarzblaue Kandidatin, wenn sie die Wahl verliert?

Wenn es eine Konstante in Kanzler Wolfgang Schüssels politischem Leben gibt, dann ist es diese: Er lässt seine Weggefährten nicht fallen. Das gilt natürlich auch für Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Sollte sie die Bundespräsidentenwahlen am Sonntag verlieren, wird sie weiter Außenministerin sein - außer, ihr Abschneiden liegt weit hinter den Erwartungen. Für diesen Fall haben jene ÖVP-Kreise, die einer Bewerbung Ferreros von Anfang an etwas kritisch gegenüberstanden, schon einen ihrer Kandidaten in Stellung gebracht: Innenminister Ernst Strasser.

Da Ferrero aller Voraussicht nach aber wenn, dann nur äußerst knapp verlieren wird, steht einer weiteren Tätigkeit im Außenamt nichts im Wege. Ändern könnte sich das, wenn ein Ruf nach Brüssel erfolgt. Auf einen prestigeträchtigen EU-Posten würde Ferrero nämlich allemal wechseln. Noch ist völlig unklar, welcher Kommissar Österreich angeboten wird. Entwicklungszusammenarbeit wäre etwa ein Bereich, der der Außenministerin immer am Herzen lag.

Kolportiert wird auch, dass Ferrero ihrem Mann zuliebe später als Botschafterin nach Madrid wechseln könnte. Francisco Ferrero Campos Kinder aus erster Ehe leben dort. Allerdings werkt Ferreros ehemalige Kabinettschefin Ulrike Tilly erst seit wenigen Monaten in Spaniens Hauptstadt - für mindestens drei Jahre. Im Herbst werden dafür zwei andere schöne Botschaftsposten frei: New York und Paris. (Barbara Tóth/DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2004)

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