Neue Initiativen in Online-Ärztefortbildung

26. April 2004, 18:22
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Wiener Gesellschaft der Ärzte gilt als Vorreiter

Wien - Siebzig Prozent ihres medizinischen Wissens erlernen Ärzte im Studium. Zwanzig weitere Prozent kommen in der Fachausbildung hinzu. Doch nur zehn Prozent basieren schließlich auf der Fortbildung im Rahmen der Berufsausübung. Dabei dauert diese Zeit gut dreißig Jahre. Das Internet soll hier zu einer Verbesserung führen, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Wiener Gesellschaft der Ärzte.

"Alle vier Jahre verdoppelt sich das medizinische Wissen. Dies bedeutet, dass es sich im Laufe der dreißig Jahre medizinischer Praxis verhundertfacht", sagte der Fortbildungsreferent der Wiener Ärztekammer, Univ.-Prof. Dr. Heinz Weber.

Beispielhaft

Die Österreichische Ärztekammer, so Weber, habe über die eigens dafür geschaffene Fortbildungsakademie ein europaweit beispielhaftes System der Ärztefortbildung etabliert. Das Programm mit jeweils 150 Stunden kann alle drei Jahre absolviert werden. Am Ende gibt es eine Urkunde. Allerdings, trotz einer hohen Teilnahme an dem Programm lassen sich vergleichsweise nur wenige Ärzte das Diplom ausstellen. Das liegt - so der Kardiologe - an dem bürokratischen Aufwand.

Verbesserung durch Internet

Eine Verbesserung soll hier zunehmend das Internet bringen. Die traditionsreiche Wiener Gesellschaft der Ärzte im Billroth-Haus hat hier von einem Team unter dem Internisten Univ.-Doz. Dr. Harald Kritz ein System von E-Learning-Einheiten zu verschiedenen Themen etabliert. Die Ärzte können die "Kurs-Konserve" an ihrem Computer abrufen und schließlich eine Prüfung ablegen. Auch in direktes Einklinken in Vorträge etc. ist möglich.

Der Präsident der Gesellschaft der Ärzte, Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter: "Der Arztberuf ist viel, viel schwieriger geworden. Ich rate meinen Söhnen zunehmend ab, Medizin zu studieren. Das Zauberwort ist die Weiterbildung." - Es gebe immer einen Platz für diejenigen, die optimal ausgebildet seien. (APA)

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