Wien und Telekom Austria möchten PC für Senioren "handzahm machen"

28. April 2004, 10:58
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Gratisschulungen in ganz Österreich - Seniorkom als Internetplattform für ältere Menschen

Für die Mehrheit der älteren Menschen ist der Cyberspace noch eine Terra incognita. Dies möchte die Stadt Wien in Zusammenarbeit mit der Telekom Austria mit einer Webplattform namens "Seniorkom" ändern. In 120 Veranstaltungen sollen die Senioren außerdem den virtuellen Raum erobern lernen. "Diese Zielgruppe ist wissensdurstig", versicherte Vizebürgermeisterin Grete Laska am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Das Netz soll "vermenschlicht" werden

Während in Österreich nur 25 Prozent der über 50-Jährigen das Internet nutzen, seien es in den USA bereits doppelt so viele, berichtete Martin Schmutz von der Telekom Austria. Um diese Anzahl auch in der Alpenrepublik zu heben, wolle man das Internet "vermenschlichen". Dazu wurden in der ganzen Republik 120 Personen geschult, die ab April in Veranstaltungen ihr Wissen der älteren Generation vermitteln wollen. So sind heuer mehr als 100 Veranstaltungen unter dem Titel "Seniorkom Tour" geplant, bei der sich die Senioren gratis neue Wege in der Welt des Internets erschließen können.

"Der PC wird handzahm gemacht"

Außerdem hat man eine Hotline eingerichtet, die mit Rat zur Seite stehen soll (0800/100-130). "Der PC wird handzahm gemacht", versprach Schmutz. Deshalb würden die erst jüngst beworbenen Settopboxen, die ein Surfen via Fernseher ermöglichen sollten, wieder vom Markt genommen. Stattdessen sollen die Konsumenten bewegt werden, auf ein "Rundum-Sorglos-Paket" umzusteigen, bei dem der Käufer nebst Hard- und Software auch persönliche Beratung und Installation an Ort und Stelle erhält.

Einfacher, schneller und intuitiver

"Senioren haben keine anderen Ansprüche ans Internet als Jugendliche", versicherte Marcin Kotlowski von der Plattform Seniorkom: Es solle einfacher, schneller und intuitiver werden. Diese Ansprüche will die im Oktober vergangenen Jahres gestartete Internetseite Seniorkom erfüllen, die im Mai eine Erweiterung erfährt. Künftig möchte man verstärkt in Richtung "Community-Bildung" gehen, bei der die Senioren miteinander chatten und sich austauschen können.

"Auch ich kenne noch nicht alle Details meines Laptops"

Mittlerweile seien alle Kuratoriums-Seniorenhäuser mit Internet ausgestattet, was ebenso für die Seniorentreffs gelte, berichtete Laska. Gefordert seien nun auch die Hardware-Hersteller, die einfache und absturzsichere Produkte auf den Markt bringen müssten. "Auch ich kenne noch nicht alle Details meines Laptops", gestand die 52-jährige Vizebürgermeisterin ein. (APA)

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