Berlusconi will Alitalia nun doch nicht helfen

30. April 2004, 22:20
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Verkehrsminister: Fluglinie soll selbst Weg aus der Krise finden - Scharfer Protest der Gewerkschaften

Rom - Die italienische Regierung überdenkt ihren Beschluss, ein Dekret mit Maßnahmen zur Unterstützung der angeschlagenen Flugverkehrsbranche zu verabschieden.

Wirtschaftsminister Giulio Tremonti fordert in einem Schreiben die Fluggesellschaft auf, aus eigener Kraft einen Ausweg aus der schweren Krise zu finden, die die Airline seit Monaten belastet, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Sole 24 Ore" in ihrer Mittwochausgabe.

Warten auf 300 Millionen Euro

Seit Wochen wartet Alitalia auf ein angekündigtes Maßnahmenpaket im Wert von 300 Millionen Euro zur Belebung des Flugverkehrs. Rund 190 Mio. Euro hätten Alitalia indirekt aus der Krise helfen sollen.

Nachdem Lufthansa und British Airways in Brüssel eine scharfe Kampagne gegen neue Staatshilfen für Alitalia in die Wege geleitet hatten, scheint die Regierung Berlusconi nun ihre Strategie zur Rettung der noch staatlichen Airline überdenken zu wollen.

Steuersenkungen waren geplant

Das Maßnahmenpaket der Regierung Berlusconi sah ursprünglich unter anderem weitere Steuerentlastungen für Treibstoff sowie soziale Unterstützungen für Angestellte vor, die ihren Job verlieren.

Außerdem hätten die Steuern auf Flugtickets gesenkt und Abgaben an die Luftfahrtbehörde Enav gesenkt werden sollen.

"Wir werden bei der Ministerratsitzung am kommenden Freitag über Alitalia diskutieren", versicherte Verkehrsminister Pietro Lunardi am Mittwoch. Die Gewerkschaften warnen vor einem Zusammenbruch der Airline, die im Jahr 2003 Verluste von 510 Mio. Euro schrieb.

Die Belegschaft drohte bereits mit massiven Protestaktionen wie Blockaden der italienischen Flughäfen, falls die Regierung keine Maßnahmen zur Alitalia-Unterstützung ergreife. 20.000 Arbeitsplätze seien bei der Fluggesellschaft auf dem Spiel, hieß es. (APA)

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