Erbsen mit Speck, Singen und Theater

24. Mai 2005, 14:55
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Sveiks! (Hallo, Servus): Das Nationalgericht sind grüne Erbsen mit Speck, das Wappentier der Zweipunkt(!)-Marienkäfer

Im Folgenden ein etwas "anderes Stichwort" zum besseren Verständnis von Land und Leuten:

- LIEBSTE FREIZEITBESCHÄFTIGUNG:
Aufs Land Fahren, Singen, Theater

- LIEBLINGSFENSEHSENDUNG:
"Panorama" - Die Hauptabend-Nachrichtensendung auf LTV1

- NATIONALGERICHT:
Pelekie zirni ak speki(Grüne Erbsen mit Speck) - BELIEBTESTES GETRÄNK: Bier

- TYPISCHES TIER (WAPPENTIER):
Der Zweipunkt(!)-Marienkäfer. Die lettische Bezeichnung dieses Käfers - "marite" - ist ein Synonym für die vorgeschichtliche lettische Göttin Mara, die die Verkörperung der Kraft der Erde darstellt. 1991 wurde der Zweipunkt-Marienkäfer von der lettischen Entomologischen Gesellschaft als nationales Insekt bestätigt
(Quelle: Lettland-Institut).
Nationalvogel ist die Bachstelze.

- LANDESHYMNE:
"Gott, segne Lettland" ("Dievs, sveti Latviju") ist die lettische Staatshymne. Der Autor von Musik und Text ist der lettische Komponist Karlis Baumanis (auch Baumanu Karlis genannt). "Dievs, sveti Latviju!" erschien in der 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts, zur Zeit des nationalen Erwachens. Karlis Baumanis war der erste lettische Komponist, der es wagte, in einem Lied das Wort "Latvija" (Lettland) zu verwenden. "Latvija" war ein neuer Begriff, der von den Aktivisten des nationalen Erwachens geschaffen wurde, um alle von Letten bewohnten Bezirke zu bezeichnen. Zu der Zeit war der Gedanke an eine Selbstständigkeit oder die Schaffung eines vom Russischen Imperium unabhängigen Staates noch nicht formuliert, doch das Lied förderte das lettische nationale Selbstbewusstsein. Das Wort "Latvija" wurde als Bestätigung der nationalen Identität gedeutet, was dem damaligen Russischen Imperium missfiel. Deshalb wurde das Wort "Latvija" im Titel und im Text des Liedes anfänglich verboten und durch das Wort "Baltija" (Baltikum) ersetzt.

Erstmals erklang das Lied während des ersten lettischen Sängerfestes im Juni 1873 in Riga. Als lettische Staatshymne wurde es zum ersten Mal am 18. November 1918 bei der Proklamierung der Republik gesungen. Am 17. Juni 1920 wurde "Dievs, sveti Latviju" offiziell als Staatshymne bestätigt.
(Quelle: Lettland-Institut)

Erste Strophe:
Dievs, svÂti Latviju,
Mus' dargo tÂviju,
SvÂti jel Latviju,
Ak svÂti jel to!
Dievs, svÂti Latviju,
Ak' dargo tÂviju,
SvÂti jel Latviju,
Ak svÂti jel to!

In freier deutscher Übersetzung:
Gott, segne Lettland!
Unsere grünen Heimatwiesen.
Wo baltische Helden einherschritten.
Bewahre es vor Schaden!
Gott, segne Lettland!
Unsere grünen Heimatwiesen.
Wo baltische Helden einherschritten.
Bewahre es vor Schaden!

Und hier zum Mitsingen:

Fußballer Maris Verpakovskis (Er schoss Lettland am 19.November mit seinem Ausgleichstreffer zum 2:2 gegen die Türkei de facto zur Fußball-EM 2004 in Portugal.)

- AKTUELLE SPORTLICHE HÖCHSTLEISTUNGEN:
- Teilnahme an der Fußball-EM
- Bei der Eishockey-A-WM voriges Jahr blieb man zwar in der Zwischenrunde hängen, besiegte aber immerhin den heimlichen Erzfeind Russland mit 2:1.
- Bei der Vierer-Bob-WM vor einem Jahr wurde Lettland Fünfter.

- GRÖSSTE TOURISTENATTRAKTION:
Dom und Schwarzhäupterhaus in Riga.
Nächtigungen bzw. Touristen/Jahr insgesamt laut Statistischem Zentralamt: 759.500 (2003)
Am häufigsten besucht wurden: Riga (52%), Liepaja (Hafenstadt im Südwesten): (9%), Jurmala (Seebad bei Riga)(8%), Riga-Umgebung (6%)

- ENTWICKLUNG DER BEVÖLKERUNGSZAHL:
Anhaltend rückläufig.
Geburtenzahlen Gesamtbevölkerung in Millionen:
2000: -11.957 2,364
2001: -13.327 2,345
2002: -12.454 2,331
2003: -11.560 2,319

- AM WEITESTEN VERBREITETE VORNAMEN BEI MÄNNERN UND FRAUEN
2002 absteigend von links nach rechts:
Mädchen: Anastasija, Anna, Viktorij, Laura, Diana
Buben: Janis, Arturs, Aleksandrs, Daniels

- UNAUSSPRECHLICHE SPRACHE:
Sveiks! (Hallo, Servus)
Uz redzesanos! (Auf Wiedersehen!)

Lettisch ist ebenso wie das verwandte Litauisch eine indoeuropäische Sprache, aber nicht direkt mit den slawischen oder germanischen Sprachen verwandt. Es gibt zahlreiche Lehnwörter aus dem Deutschen und aus den verschiedenen Nachbarsprachen. Eine Besonderheit sind die Nominativendungen -s (männlich) und -a,-e (weiblich). Wenn in einer Fremdsprache ein Wort mit -s vorkommt, dann neigen Letten dazu, das für eine Nominativendung zu halten. In der Anrede fällt das -s aber weg.

Dazu gibt es eine kleine Anekdote: Der estnische Ministerpräsident Juhan Parts wurde bei einem Lettland-Besuch von einem seiner Gastgeber mit "Herr Part" begrüßt, was in Estland für Heiterkeit sorgte, weil "part" auf Estnisch "Ente" bedeutet.

- VERBREITETE DEUTSCHE FREMDWÖRTER:
spekis (Speck);
abols (Apfel);
kartupelis (Kartoffel);
kisenis (mittlerweile veraltetes Wort für Kissen);
est (essen);
spelet (spielen)

- WELTREKORDE:
Im Jahr 2003 schaffte es ein ins Krankenhaus eingelieferter Lette mit diagnostizierten 7,22 Promille Alkohol im Blut (fast das Doppelte der üblicherweise letalen Dosis) NICHT, ins "Guinness Buch der Rekorde" aufgenommen zu werden. Angeblich wollte man nicht zum exzessiven Alkoholkonsum ermutigen. Der Mann überlebte übrigens.

In das Buch aufgenommen wurde dagegen ein in Lettland zubereiteter 3.277-Kilo schwerer Kartoffelsalat.

- STEREOTYPEN:
Die Letten fühlen sich stark von den Russen bedroht und legen oft einen für europäische Verhältnisse extremen Patriotismus an den Tag.

- ZAHL DER SCHEIDUNGEN:
Eheschließungen Scheidungen
2001: 9258 (3,9 pro 1000 EW) 2,4 / 1000 EW
2002: 9738 (4,2 pro 1000 EW) 2,5 / 1000 EW

- ANZAHL DER KINDER PRO FRAU:
Die Geburtenrate liegt bei 1,2 "Kindern" pro Frau (Stand: 2002).

- ALTERSDURCHSCHNITT DER BEVÖLKERUNG:
Rund 68 Prozent der Bevölkerung sind zwischen 15 und 65 Jahre alt, älter als 65 sind rund 16 Prozent, jünger als 15 rund 17 Prozent der Letten (Stand: 2002).
(APA)

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