Neue Besatzung auf der Raumstation

21. April 2004, 18:38
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Astronauten glücklich angekommen - Moskau will Flüge reduzieren - Missionen sollen einmal statt zweimal jährlich stattfinden

Koroljow - Die neue Besatzung der Internationalen Raumstation ist am Mittwoch wohlbehalten auf der ISS eingetroffen. Die russische Sojus-Kapsel mit den drei Astronauten an Bord dockte nach zweitägigem Flug um 7.01 Uhr MESZ an der Raumstation an. Rund eineinhalb Stunden später schwebten der Niederländer Andre Kuipers, der Amerikaner Michael Fincke und der Russe Gennadi Padalka durch die Einstiegsluke. "Bis jetzt lief alles hervorragend, es war fantastisch", sagte Kuipers in einer Videokonferenz mit dem russischen Bodenkontrollzentrum Koroljow.

Instand-Haltung

Während Padalka und Fincke 183 Tage auf der ISS bleiben und die Station in Stand halten sollen, wird Kuipers mit der alten ISS-Besatzung am 30. April zur Erde zurückkehren. Während seines neuntägigen Aufenthalts soll er für die europäische Raumfahrtbehörde ESA eine Reihe von Experimenten durchführen, unter anderem in den Bereichen Erdbeobachtung, Biotechnologie und Medizin. Kuipers ist der siebte Europäer an Bord der ISS und der zweite Niederländer überhaupt im All.

Flüge reduzieren

Der Leiter des russischen Sojus-Programms, Juri Semjonow, sprach sich unterdessen erneut dafür aus, die ISS-Besatzung nur noch ein Mal statt zwei Mal im Jahr auszutauschen. Russland ist für den Wechsel der Besatzung zuständig, seit die US-Raumfahrtbehörde NASA nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar vergangenen Jahres alle bemannten Flüge einstellte. Da jede Sojus-Kapsel nur ein Mal verwendet werden kann, will Moskau die Zahl der Flüge zur ISS reduzieren. Damit würden wieder Kapazitäten frei, um Sojus-Plätze an zahlende Raumfahrt-Touristen zu vermieten.

Schon die nächste ISS-Besatzung, deren Start für Oktober geplant ist, müsse ein Jahr im All verbringen, forderte Semjonow am Mittwoch. Der stellvertretende Chef der US-Weltraumbehörde NASA, Fred Gregory, lehnte dies ab. Für einen längeren Aufenthalt müssten eine Reihe technischer Probleme gelöst werden. Gregory verwies darauf, dass die NASA im März ihre Shuttle-Flüge wieder aufnehmen wolle. (APA)

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    Blick auf die Soyus TMA2 von der ISS aus, im April 2003.

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