Einflussreich im Doppelpack

22. April 2004, 07:00
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Notizen zur Person: Elisabeth Badinter, die unnachgiebige Universalistin

Elisabeth Badinter, Jahrgang 1944, ist eine der bekanntesten französichen Feministinnen der Gegenwart mit einem Lehrstuhl für Philosophie und Geschichte an der Pariser "école polytechnique".

Ihr Ehemann ist der ehemalige französische Justizminister und Verfassungsratspräsident Robert Badinter. Gemeinsam stemmten sie sich gegen einen Anfang 1999 vorgelegten Gesetzesentwurf zur Geschlechterparität bei politischen Ämtern und Mandaten: Die Formulierung, dass der Gesetzgeber die bedingungen für einen gleichen Zugang (...) festlegen, und nicht, wie gehabt "fördern" sollte, hätte das universalistische Grundprinzip des französischen Saates gefährdet. Die Zugehörigkeit zu einer über die Geburt definierten Gruppe, die Herkunft oder die Konfession sollte weiterhin nicht Ausschlaggebend für die Partizipation am öffentlichen Leben sein. Die Badinters lösten eine mediale und politische Diskussion aus, an deren Ende Chirac letztlich die Formulierung "begünstigt", an der auch die reaktionären Gruppen im Senat ihre Freude hatten, in das Gesetz einschreiben ließ.

Nebenbemerkung

Als sich 2000 die "Chiennes de garde" ("Wachhündinnen") formierten, um auf sexistisches Verhalten Frauen gegenüber aufmerksam zu machen, schloss sich Badinter - offiziell - ob der aggressiven Namensgebung der Gruppe nicht an. Die Wachhündinnen ließen sich letztjährig, als "Fausse route" erschien, nicht lumpen, und warfen Badinter(s Buch) Polemik vor (Nachzulesen unter Fausse route ou faux procès ?). (red)

  • Elisabeth Badinter
    foto: buchcover/odilie jacob
    Elisabeth Badinter
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