FP-Spitze wählt Ferrero-Waldner

21. April 2004, 19:34
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Offene Unterstützung für ÖVP-Kandidatin von Gorbach, Haubner und Bleckmann - Van der Bellen mit "Respekt" für Fischer

Wien - Die FPÖ unterstützt nun doch offen die ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner. Vizekanzler Hubert Gorbach (F), die geschäftsführende FPÖ-Obfrau Ursula Haubner und Generalsekretärin Magda Bleckmann äußerten sich klar pro Ferrero und contra SPÖ-Kandidat Heinz Fischer. Und Fischer selbst zeigte sich am Mittwoch mit seinem Hearing tags zuvor bei der FPÖ-Spitze mehr als zufrieden.

Attacken und Respekt

Unterdessen gingen die gegenseitigen Attacken der von SPÖ und ÖVP weiter. Und bei den Grünen äußerte Parteichef Alexander Van der Bellen "Respekt und Anerkennung" für das Verhalten Fischers vor den Freiheitlichen und forderte Ferrero auf, betreffend "unerträglicher Aussagen" von FPÖ-Seite über die NS-Zeit ebenfalls klar Stellung zu beziehen. Eine Wahlempfehlung der Grünen werde es jedoch nicht geben.

Gorbach erklärt, er werde Ferrero-Waldner wählen, "weil sie einen frischen Wind in die Hofburg bringt". Haubner und Bleckmann wiederum meinten, ein Bundespräsident müsse fähig sein zu klaren Antworten auf klare Fragen. Dies habe man bei Fischer vermisst und "wir sind beide der Meinung, die Zeit ist reif für eine Frau als Bundespräsidentin".

Fischer siegessicher

Fischer zeigte sich fünf Tage vor der Wahl siegessicher. "Wir sind knapp unterhalb des Gipfels. Wir haben eine gute Route gewählt für den Aufstieg". Die Diskussion vor FPÖ-Funktionären sei "manchmal hart, aber fair" gewesen. Der ÖVP hielt Fischer vor, eine Route gewählt zu haben, wo der optische Eindruck zählen solle, nicht aber die politischen Positionierungen. SPÖ-Klubchef Josef Cap wiederum warf Ferrero-Waldner vor, bei den aktuellen Themen Kassenstreit und Steuerreform ihre sozialpolitischen Ankündigungen nicht umgesetzt zu haben. Und SPÖ-Frauenchefin Barbara Prammer sieht in der FPÖ-Unterstützung für die ÖVP-Kandidatin ein "Symbol für eine rückschrittliche Frauenpolitik" von schwarz-blau.

Lopatka greift an

ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka griff neuerlich das Sanktionen-Thema auf und warf Fischer vor, in der Vergangenheit "Lobeshymnen" auf den nordkoreanischen Diktator Kim Il Sung gesungen zu haben. Hier gebe es "riesige Auffassungsunterschiede" zu Ferrero-Waldner. Außerdem hielt Lopatka der SPÖ "Heuchelei" beim Schalten von Werbeinseraten vor. Die im Fairness-Abkommen vereinbarte Grenze von 700.000 Euro sei von den Sozialdemokraten bereits überschritten worden, bei der ÖVP seien es bisher nur 411.000 Euro gewesen. (APA)

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    Die FPÖ-Spitze wählt Benita Ferrero-Waldner

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