Regierung: Erneut Kanadier im Irak von Unbekannten entführt

22. April 2004, 09:52
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Frattini: "Vorsichtiger Optimismus" bei italienischen Geiseln

Ottawa/Washington - Im Irak ist nach Angaben der kanadischen Regierung erneut ein Kanadier entführt worden. Der 41-jährige gebürtige Iraker Rifaat Mohammad Rifaat sei bereits seit dem 8. April verschwunden, teilte ein Sprecher des kanadischen Außenministeriums am Dienstag in Ottawa mit. Rifaat sei nicht mehr gesehen worden, nachdem er das Gefängnis in Abu Ghraib westlich von Bagdad verlassen habe, wo er für eine saudiarabische Firma an einem Instandsetzungsprojekt gearbeitet habe.

Es lägen Informationen über eine Gefangenschaft Rifaats vor, auch wenn noch nicht klar sei, wer sie verantworte, sagte der Sprecher weiter. Am vergangenen Freitag war eine erste kanadische Geisel im Irak freigelassen worden.

Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte unterdessen nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Colin Powell in Washington, seine Regierung hege "vorsichtigen Optimismus" im Fall der drei noch immer in Irak verschleppten Italiener. "Wir warten auf gute Nachrichten. Wir hoffen auf positive Nachrichten", sagte Frattini vor Journalisten. Am 12. April waren insgesamt vier Italiener entführt, eine 33-jährige Geisel zwei Tage später ermordet worden. Die Geiselnehmer verlangen den Rückzug der italienischen Soldaten aus dem Irak.

Frattini sicherte Powell seine weitere Unterstützung im Irak zu und schloss einen Abzug der 3.000 italienischen Soldaten nach spanischem Vorbild aus. "Italien ist und bleibt entschlossen, einen demokratischen, freien und wohlhabenden Irak aufzubauen." Powell bedankte sich für die "Standhaftigkeit" Italiens in schwierigen Zeiten. (APA/dpa)

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