Air France gab im Streit um Ticket nach

21. April 2004, 22:59
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Sehbehinderte mit Baby dürfen fliegen

Die Fluggesellschaft Air France hat einem sehbehinderten Paar schließlich doch den Flug mit ihrem Baby von Nizza ins westfranzösische Brest ermöglicht. "Diese Reise ist ein persönlicher Sieg, der hoffentlich in der Behandlung anderer Behinderter Schule macht", sagte der 31-jährige Sebastien Filippini zu dieser Entscheidung.

Ein Gericht in Nizza hatte die Fluglinie im März dazu verurteilt, Filippini und seiner 26-jährigen Partnerin Sandrine Troadec reguläre Tickets ohne Sonderauflagen zu verkaufen. "Wir haben uns erniedrigt gefühlt", sagte die schwer kurzsichtige Mutter zur ursprünglichen Weigerung von Air France, die Eltern mit Kind zu transportieren. "Wir sind ziemlich selbstständig und kümmern uns selbst um unseren Kleinen."

Ruppiger Umgang mit Behinderten

Unter Berufung auf das interne Reglement hatte Air France zunächst die Ansicht vertreten, solange das Baby nicht von einem Nichtbehinderten begleitet werde, könnten keine Tickets ausgegeben werden. Die Richter hatten die Gesellschaft daraufhin zur Zahlung von 150 Euro je Tag der Verzögerung beim Ausfertigen der Tickets verurteilt.

In den vergangenen Jahren war Air France wiederholt durch ruppigen Umgang mit Behinderten aufgefallen - einmal wurde einem blinden Elternpaar ein Flug verweigert, weil es angeblich die Sicherheit ihrer dreijährigen Tochter nicht gewährleisten könnte.

In einem anderen Fall hatte Air France einem 170-Kilo-Mann eine Reise nach Peking verwehrt, wenn er sich nicht zur Buchung eines zweiten Tickets bereit erkläre. (AFP/DER STANDARD; Printausgabe, 21.4.2004)

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