"Gelächter, Männlichkeit und soziale Ordnung"

20. April 2004, 19:58
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Vortrag von Martina Kessel.
"Gelächter, Männlichkeit und soziale Ordnung. "Deutscher Humor" und Krieg (1870–1918)"

Inhalt: "Seit dem späten 18. Jahrhundert etablierte sich im preußisch-deutschen Sprachraum die Vorstellung eines spezifisch deutschen Humors, der sich durch Ernsthaftigkeit, Wahrhaftigkeit und Tiefe auszeichne und sich von nicht-deutscher (französischer, jüdischer, weiblicher) Satire und Ironie absetzen lasse. Diese Vorstellung wurde in der Figur des "humorigen Soldaten" zugespitzt, die in den Einigungskriegen auftauchte und im Ersten Weltkrieg ein zentrales Element der deutschen Propaganda bildete. Der Vortrag leuchtet diesen Entwicklungsprozess aus und fragt zugleich danach, welche spezifischen Bedeutungen diese Repräsentationsfigur in den unterschiedlichen Kriegssituationen erhielt."

Martina Kessel ist Professorin für Neuere Geschichte und Geschlechtergeschichte an der Universität Bielefeld; neueste Bücher: Langeweile. Zum Umgang mit Zeit und Gefühlen in Deutschland vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, Göttingen 2001; Hg. (mit Christoph Conrad), Kultur & Geschichte. Neue Einblicke in eine alte Beziehung, Stuttgart 1998. (red)

22. April 2004.
Ort: IFK, Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Reichsratsstraße 17, A-1010 Wien.
Zeit: 18 Uhr c.t.
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