Auto-Produktion in Osteuropa immer attraktiver

27. April 2004, 13:42
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Experte: Auch kleine und mittlerer Zulieferer werden künftig Produktionsvorteile im Osten nützen

München - Die Verlagerung der Auto- und Zuliefererproduktion nach Osteuropa wird sich nach Einschätzung von Experten mit der EU-Erweiterung noch beschleunigen. "Nach dem 1. Mai muss damit gerechnet werden, dass verstärkt auch kleine und mittlere Zulieferer die großen Produktionsvorteile in Osteuropa nutzen", sagte Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen am Dienstag in München. Die Unsicherheiten der Ost-Produktion würden für die Mittelständler mit dem EU-Beitritt deutlich geringer.

Gerade für die Zulieferer sei die Verlagerung zumindest eines Teils der der Produktion eine notwendige Überlebensstrategie, da die Fertigung allein in Deutschland wegen der hohen Kosten oft nicht überlebensfähig sei. Würden die Autos einschließlich aller Zulieferer-Teile komplett in Deutschland gefertigt, wären sie laut Dudenhöffer deutlich teurer.

So würde ein Mittelklasse-Fahrzeug tschechischer Produktion wie der Skoda-Oktavia (20.000 Euro) Dudenhöffers Berechnungen zufolge vollständig in Deutschland produziert knapp 25.000 Euro kosten. Ursache seien die hohen Lohnkosten. Während in Westdeutschland die Arbeitsstunde einschließlich Lohnnebenkosten mit 28,50 Euro pro Stunde berechnet werden müsse, seien es in Tschechien gerade einmal 4,20 Euro.(APA/dpa)

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