Supermärkte auf Architekturbiennale

27. April 2004, 11:46
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Kommissärin Schreieck betont "einzigartige" Initiative des Familienunternehmens MPreis

Innsbruck/Venedig – Österreich wird auf der Architekturbiennale in Venedig (vom 5. 9. bis 7. 11.) außer durch vier Architekturteams auch durch einen Bauherrn, die Tiroler Supermarktkette MPreis, vertreten. Für Kommissärin Marta Schreieck, die ihre Nominierungen Ende letzter Woche bekannt gab, vertritt das Familienunternehmen der Cousins Hansjörg und Anton Mölk, "eine Architekturphilosophie, die ich europaweit für einzigartig halte".

MPreis kooperiert seit 1982 mit Architekten, vornehmlich mit Tirolern. Entstanden sind eine Reihe preisgekrönter, auffälliger Supermarktbauten, alles Unikate, die mit der Umgebung in Städten, Dorfzentren oder im Grünen – manchmal kontrastreich – kommunizieren. In Wattens spiegeln sich etwa Swarovski-Gebäude und Landschaft in einem Bau des Franzosen Dominique Perrault, dem einzigen Nichtösterreicher unter den Architekten.

MPreis habe mit den mittlerweile 122 Filialen, die großteils in Tirol stehen, "in der Bevölkerung ein neues Verständnis für Architektur geschaffen", sagt Schreieck dem STANDARD. Auch habe das Konzept zur internationalen Rezeption der Tiroler Architektur beigetragen.

Schreieck will die MPreis- Bauten in Venedig in einem Film vorstellen, nicht nur als Spitzenarchitektur, sondern als "Gesamtinitiative": die "besondere" Präsentation der Waren (viele regionale Produkte) und die Supermärkte als Begegnungsstätten: "Integrierte Cafés ersetzen in manchen Dörfern die verschwundenen Gasthäuser." (bs, DER STANDARD, Printausgabe vom 21.4.2004)

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    foto: mpreis
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