Treichl stellt sich 50 Fragen in 1,5 Stunden

27. April 2004, 13:44
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Erste-Bank-Chef im Internet-Chat: Würde persönlich Fremdwährungskredite nur aufnehmen, wenn ich auch Fremdwährungseinkünfte hätte

Wien – Eineinhalb Stunden nahm sich der Generaldirektor der Erste Bank, Andreas Treichl, am Montagabend Zeit, um im Chat mit dem Internetpublikum Fragen zu Strategie, Konditionen, Service und Wettbewerb zu beantworten. Die Teilnahme war durchaus rege.

"Welchen Aktienkurs dürfen wir Aktionäre uns in einem Jahr erhoffen", lautete eine der rund 50 Fragen. Die Antwort: "Die Erste Bank kann selbst keine Prognosen zu ihrem Aktienkurs abgeben. Eine Orientierung bieten die in der letzten Zeit veröffentlichten Analysen von internationalen Investmentbanken. Da liegen die Kursziele auf ein Jahr in einer Bandbreite bei bis zu 140 Euro (durchgerechnet auf den Split bei 35 Euro)".

Breiten Raum nahmen auch Fragen zur Marktentwicklung in Zentral- und Osteuropa ein. "Wie lange dürfen wir uns noch auf überdurchschnittliche Gewinnzuwächse in den Ostmärkten freuen?" Treichl: "Der zentraleuropäische Markt ist derzeit der am stärksten wachsende Markt in Europa. Die Einwohner dieser Länder haben einen erheblichen Nachholbedarf, speziell in Bankdienstleistungen. Nach unserer Einschätzung wird es noch 20 bis 30 Jahre dauern bis sich der Lebensstandard dort jenem in Österreich angenähert hat. Solange ist daher mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum und damit auch für uns mit entsprechenden Geschäftsmöglichkeiten zu rechnen." Weitere Frage: "Kann ich in Ungarn auch bei der Postabank schon zu den gleichen Konditionen Geld vom Bankomaten beheben wie bei der Erste Bank in Österreich?" Antwort: "Ja, man kann bei allen Geldausgabeautomaten zu inländischen Konditionen Geld beheben."

Frage: "Wie stehen sie persönlich zu Fremdwährungsfinanzierungen?" Treichl: "Ich bin da sehr konservativ und würde persönlich Fremdwährungskredite nur aufnehmen, wenn ich auch Fremdwährungseinkünfte hätte, muss aber betonen, dass viele unserer Kunden mit Fremdwährungen ein gutes Geschäft gemacht haben". (stro, Der Standard, Printausgabe, 21.04.2004)

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    "Pragmatisierung in einem börsenotierten Unternehmen passt schlicht und einfach nicht", betonte Treichl im Internet-Chat seines Hauses.

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