Zusammenhang zwischen HIV und Demenz erforscht

26. April 2004, 12:23
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Virus produziert schädigende Proteine

Philadelphia - Wissenschaftler der Thomas Jefferson University haben erforscht, warum rund ein Viertel der HIV-Patienten an Demenz erkrankt. Sie gehen davon aus, dass das Virus Proteine produziert, die den Tod von Gehirnzellen verursachen. Die Ursache für das Entstehen einer Demenz bei HIV-Patienten hat die Wissenschaft lange Zeit beschäftigt, da das Virus an sich keine Entzündung des Gehirns oder ein Ansteigen der weißen Blutkörperchen verursacht. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

HIV verursacht den Tod von Neuronen und führt so zu einer Beeinträchtigung des Gehirns. Dieser Vorgang ist laut dem Wissenschaftler Roger Pomerantz extrem unüblich und unterscheidet ihn von anderen Infektionserregern. Das Team erforschte, ob das Virus selbst das Absterben der Nervenzellen verursachte oder ob Substanzen verantwortlich waren, die von den infizierten Zellen produziert wurden. Die Forscher untersuchten Gehirnzellen und T-Zellen. Sie entfernten das Virus aus einem Teil und beließen es im anderen. Die Nervenzellen starben ab, wenn das Virus und seine Proteine vorhanden waren. Bei den T-Zellen wurden die Neuronen nur durch das Virus zerstört. War das Virus entfernt, konnten die T-Zellen den Neuronen keinen Schaden zufügen. Weitere Tests mit DNS-Chips ergaben niedrige Cytokin- und Chemokinwerte, die sie daher als mögliche Verursacher ebenfalls ausschlossen.

Bei der Untersuchung der Neuronen konnten zwei eindeutige Bahnen zum Zelltod nachgewiesen werden, die durch Proteine des Virus aktiviert wurden. Diese Forschungsergebnisse können die Grundlage für neue Behandlungsansätze liefern. Bisher wurde laut BBC davon ausgegangen, dass HIV infizierte Gehirnzellen, die Cytokine und Chemokine produzieren, für das Absterben der Neuronen verantwortlich sind. (pte)

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