Streikende französische Künstler bedrohen erneut Festivals

23. April 2004, 21:35
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Kulturminister Renard Donnedieu de Vabres rief Künstler und Geldgeber auf, alles zu tun, um die Veranstaltungen zu ermöglichen

Paris - Die Streikbewegung der frei schaffenden Künstler in Frankreich droht auch in diesem Jahr die Ausrichtung wichtiger Kulturfestivals in Frankreich zu gefährden. Nach dem Eklat bei der Vergabe der Molière-Theaterpreise am Vorabend rief Kulturminister Renard Donnedieu de Vabres am Dienstag die Künstler und Geldgeber auf, alles zu tun, um die Veranstaltungen zu ermöglichen. Das nahende Filmfestival von Cannes dürfe keiner "Spirale der Unterbrechungen" zum Opfer fallen. Bereits 2003 waren so bedeutende Veranstaltungen wie das Theaterfestival in Avignon und das Musikfestival in Aix-en- Provence Arbeitskämpfen zum Opfer gefallen.

Am Montagabend hatten Bühnentechniker auf Bitten demonstrierender frei schaffender Künstler und Techniker die traditionelle Zeremonie bei der Vergabe der 18. Molière-Preise in Paris verhindert. Die Namen der Sieger wurden im Théâtre des Champs-Elysées schließlich bei ausgeschalteten Mikrofonen ohne Feier vor dem Bühnenvorhang verlesen. Es kam zu heftigen Wortgefechten zwischen Künstlern und Technikern, bei denen das Revoltejahr 1968 heraufbeschworen wurde. Die Protestbewegung richtet sich gegen Mittelkürzungen und die Einschränkung der Arbeitslosenunterstützung.

Großer Sieger des Molière-Abends war Topors Stück "L'hiver sous la table" mit den Preisen für die besten Bühnenschauspieler (Isabelle Carré und Dominique Pinon), die beste Aufführung einer Privatbühne (Théâtre de L'Atelier, Paris) und die beste Regie (Zabou Breitman). Als bestes Stück einer Staatsbühne wurde "Comme en 14!" von Dany Laurent geehrt. (APA/dpa)

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